Südtirols Verbraucherschützer ziehen Bilanz

7.000 Beratungen – Millionen rückerstattet

Mittwoch, 02. April 2025 | 17:06 Uhr

Von: luk

Bozen – Ein Jahr nach der Einsetzung des Landesbeirates für Verbraucherschutz hat Landeshauptmann Arno Kompatscher als Vorsitzender des Gremiums  am 2. April den Jahresbericht der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) entgegengenommen. Geschäftsführerin Gunde Bauhofer zog eine Bilanz über die Arbeit und stellte die Schwerpunkte 2025 vor.

“Der Verbraucherschutz ist eine zentrale Aufgabe, um die Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu unterstützen. Die Verbraucherzentrale hat im vergangenen Jahr wertvolle Arbeit geleistet und unzählige Menschen beraten und begleitet”, betonte Landeshauptmann Kompatscher. Er würdigte die Tätigkeit der VZS, die 2024 über 7000 Beratungsfälle bearbeitet, mehr als 48.000 Kontakte verzeichnet und über 1,2 Millionen Euro für die Verbraucherinnen und Verbraucher rückerstritten hat.

Verbraucherzentrale hilft bei Preiserhöhung

Gunde Bauhofer berichtete über die wichtigsten Themen des vergangenen Jahres. Besondere Herausforderungen waren unter anderem die Problematik fehlerhafter Takata-Airbags. Der Automobilhersteller Citroen hatte über 164.000 Fahrzeuge per Brief “stillgelegt”. Versicherungsunsicherheit hatte es rund um die Gesellschaft FWU gegeben, weil deren Vermögen vorerst eingefroren worden war. Die massiven Preiserhöhungen des Energieanbieters Enel stellte zudem zahlreiche Südtiroler Haushalte vor große finanzielle Belastungen. Die Verbraucherzentrale konnte in diesen Fällen entscheidende Unterstützung leisten, unter anderem durch eine Sammelklage gegen Enel.

Auch das Thema künstliche Intelligenz und deren Einfluss auf den Verbraucherschutz war ein zentrales Anliegen. „Die Digitalisierung verändert das Konsumverhalten tiefgreifend. Wir setzen uns dafür ein, dass Konsumentinnen und Konsumenten auch im digitalen Raum gut geschützt sind“, erklärte Bauhofer.

Projekte zu Stromanbietern, Online-Streitbeilegung und Lebensmittelverschwendung

“2025 wollen wir mit zahlreichen Maßnahmen den Verbraucherinnen und Verbrauchern weiterhin konkrete Hilfestellungen bieten und den Verbraucherschutz in Südtirol weiter stärken”, betonte Bauhofer. Es werden Projekte wie “Grünes Licht! Facciamo luce!“ und Onlineschlichter.it sowie zur Eindämmung der Lebensmittelverschwendung umgesetzt. Bei Grünes Licht! Facciamo luce! handelt es sich um eine  Informationsoffensive zum Ende des geschützten Strommarktes und zur Wahl des Stromanbieters. Unter Onlineschlichter.it findet sich ein kostenloses Online-Streitbeilegungssystem für E-Commerce-Kunden in Südtirol.

Bezirk: Bozen

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