Von: APA/AFP
Eine etwa 50 Jahre alte Frau ist durch den Zyklon “Garance” auf der französischen Insel La Réunion ums Leben gekommen. Die Frau sei in einen Abwasserstrudel geraten und von den Wassermassen fortgeschwemmt worden, teilte die Präfektur am Freitag mit. Der tropische Wirbelsturm hatte die Insel im Indischen Ozean in der Früh mit Windböen von mehr als 200 km/h erreicht. Etwa 675 Menschen kamen nach Angaben der Behörden in Notunterkünften unter.
Am Freitagvormittag galt zeitweise die höchste Warnstufe, bei der auch Sicherheits- und Rettungskräfte nicht unterwegs sein dürfen. Seit dem Mittag gilt die zweithöchste Alarmstufe. Die Präfektur rief die etwa 900.000 Einwohner auf, weiterhin zu Hause zu bleiben. Nach Angaben des französischen Wetterdienstes waren weite Teile der Insel von Starkregen betroffen. Einwohner veröffentlichten im Internet zahlreiche Fotos von entwurzelten Bäumen, abgedeckten Dächern und von Wassermassen mitgerissenen Autos.
Auf La Réunion und der rund 200 Kilometer nordöstlich gelegenen Insel Mauritius wurden die Flughäfen geschlossen. Am Flughafen auf La Réunion wurden am Vormittag Windstöße mit bis zu 214 km/h gemessen. Auf einem Berg im Osten der Insel wurden 230 km/h erreicht. “Das ist das erste Mal, dass ich einen so heftigen Zyklon erlebe und das erste Mal, dass ich solche Angst hatte”, sagte Vincent Clain, der in dem Ort Sainte-Marie lebt. In seinem Garten sei eine Kokospalme entwurzelt worden. Er habe sich mit seiner Frau und seinem Sohn in der Küche verschanzt, dem sichersten Ort des Hauses.
30 Prozent ohne Strom
Etwa 30 Prozent der Einwohner hatten nach Angaben der Behörden zeitweise keinen Strom, zehn Prozent kein Trinkwasser. Zusätzliche Rettungskräfte sollen demnächst aus Mayotte und aus Festlandfrankreich einfliegen, sobald dies möglich ist. Verteidigungsminister Sébastien Lecornu sagte die Unterstützung der Armee zu. Zuletzt war die Insel 2024 von einem schweren Zyklon getroffen worden, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nimmt die Zahl und die Intensität von extremen Wetterereignissen durch den menschengemachten Klimawandel zu.
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