Die Mutter leistete viel Überzeugungsarbeit

Entführte Kinder: “Auch der Vater hat ein Herz” – VIDEO

Dienstag, 05. Juni 2018 | 16:10 Uhr

Von: mk

Bozen – Am Freitag ist der 33-jährigen Tunesier Jamel Methenni, der seine Kinder von Bozen in sein Heimatland entführt hat, nach Italien zurückgekehrt. Damit konnte der Fall erfolgreich abgeschlossen werden. Die Carabinieri von Bozen übergaben die Geschwister Yasmine und Yassine im Alter von vier und zwei Jahren ihrer Mutter Rosa Mezzina. Sie hat am heutigen Dienstag noch einmal im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit ihrem Anwalt Nicodemo Gentile eine Stellungnahme abgegeben.

Sie selbst sei über die Rückkehr ihrer Kinder überglücklich, betonte die Mutter. „Die Kinder haben mir als erstes gesagt, dass sie mich gern haben“, erklärte Rosa Mezzina gerührt.

Zum Vater bestehe derzeit noch Kontakt, was die Kinder anbelangt. Auch der Bozner Betrieb für Sozialdienste ist involviert. Gegen den Vater laufen auch Ermittlungen und sein elterliches Fürsorgerecht wurde vorübergehend eingeschränkt. Er darf sich bis zu einer endgültigen Entscheidung des Gerichts in Bozen seiner Familie nicht nähern.

Seine Kinder darf er nur in Begleitung und Koordination der Sozialdienste sehen.

Wie Rosa Mezzina erklärt, habe auch Jamel Methenni ein Herz – obwohl er die Kinder entführt habe. Als Vater liebe er seine Kinder. Irgendwann habe er gemerkt, dass er einen Fehler gemacht habe.

„Die Kinder waren immer gut aufgehoben und niemals in Gefahr“, betont Rosa Mezzina. Trotzdem habe sie viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, damit der Fall ein glückliches Ende nehmen konnte, erklärte Frau vor Journalisten.

„Er hat auch für Dinge, die im Vorfeld passiert sind, um Entschuldigung gebeten“, erzählte die Mutter der Kinder über den Vater. Obwohl sie nicht mehr wütend sei, könne sie ihrem Ex-Partner auch nicht verzeihen.

Anwalt Nicodemo Gentile sprach vor allem den Carabinieri von Bozen ein großes Lob aus, die mit der italienischen Botschaft und der Bozner Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet haben. Auch die Mutter bedankte sich bei den Carabinieri, bei den Behörden sowie bei der Vereinigung Penelope.

 

Bezirk: Bozen