Lob für die Mutter und die gute Zusammenarbeit unter den Behörden - VIDEO

Entführte Kinder wieder in Bozen: Viel Fingerspitzengefühl war nötig

Samstag, 02. Juni 2018 | 20:10 Uhr
Update

Von: mk

Bozen – Am Freitag konnte der Fall des 33-jährigen Tunesiers, Jamel Methenni, der seine Kinder von Bozen in sein Heimatland entführt hat, erfolgreich beendet werden. Die Carabinieri von Bozen übergaben die Geschwister Yasmine und Yassine im Alter von vier und zwei Jahren am Abend ihrer Mutter Rosa Mezzina. Bei der Zeremonie der Carabinieri am Tag der Republik am heutigen Samstag ging Landeskommandant Stefano Paolucci kurz auf den Fall ein. Dabei lässt sich erahnen, welch Fingerspitzengefühl bei der Mediation nötig war.

Der Fall hatte im April dieses Jahres seinen Anfang genommen. Dank der intensiven Zusammenarbeit zwischen der italienischen Botschaft in Tunis, des italienischen Außenministeriums, Interpol und den Carabinieri von Bozen kam es zu einem erfolgreichen Abschluss.

Dies erwähnte auch Paolucci in seiner Rede. „Der Erfolg ist auf den großen Mut und die Geduld einer Mutter zurückzuführen – ebenso wie auf eine lange Vermittlungsarbeit und auf eine ununterbrochene Bemühung, den Dialog zwischen der Mutter und dem Vater in Tunesien zu ermöglichen“, betonte der Landeskommandant.

Seit die Kinder entführt worden waren, standen die Carabinieri gemeinsam mit Interpol in Kontakt mit der italienischen Botschaft in Tunesien unter der Leitung des Außenministeriums.

„Es ist uns gelungen, den Mann zu überzeugen, nach Italien zurückzukehren, nachdem wir versucht hatten, zu verstehen, wie man mit dem Mann reden muss“, erklärte Paolucci. Den Ermittlern sei ein Unterhändler zur Seite gestellt worden. Auch die Mutter wurde von spezifischen Personen bei ihren Unterredungen mit dem Mann begleitet. Die Ermittler seien bereit gewesen, die erstbeste Möglichkeit, die sich ihnen bot, beim Schopf zu packen – bis zu dem glücklichen Ergebnis am Freitagabend.

„Oberste Priorität für uns und für das Jugendgericht in Bozen waren die Sicherheit und die Unversehrtheit der Kinder, denen es nun gut geht. Ihr Gesundheitszustand ist ausgezeichnet, sie sind derzeit bei ihrer Mutter und den Großeltern“, erklärt der Landeskommandant.

In einer bewegenden Audiobotschaft bedankte sich Rosa Mezzina bei allen Behörden und Institutionen für die erwiesene Hilfe.

Der Vater der Kinder ist am Freitag mit einem Schiff in Genua am späten Nachmittag eingetroffen. Dort haben ihnen die Carabinieri von Bozen den Bescheid der Staatsanwaltschaft des Bozner Jugendgerichts zugestellt. Demnach wird das elterliche Fürsorgerecht vorübergehend eingeschränkt und er darf sich bis zu einer endgültigen Entscheidung des Gerichts in Bozen seiner Familie nicht nähern.

Gleichzeitig haben ihm die Carabinieri mitgeteilt, dass gegen ihn wegen internationaler Kindesentführung ermittelt wird.

Der Carabinieri-Kommandant von Bozen, Giovanni Burgio, war gemeinsam mit den Carabinieri von Genua und der Grenzpolizei persönlich an Ort und Stelle.

„Nun ist die Familie nach Bozen zurückgekehrt und bittet darum, ein normales Leben weiterführen zu können“, erklärte Paolucci abschließend.

Am Samstag veröffentlichten die Carabinieri auch ein Video der Übergabe der Kinder an ihre Mutter.

 

 

Bezirk: Bozen

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