Siebenschläfer-Bauernregel relativ zutreffend

Heute ist Siebenschläfertag: Was ist dran am Mythos?

Mittwoch, 27. Juni 2018 | 11:25 Uhr

Von: luk

Bozen – “Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag” – so lautet zumindest eine Bauernregel für den 27. Juni, den Siebenschläfertag.

Schon immer hat für Bauern das Wetter eine existenzielle Rolle gespielt – weshalb sie es auch stets genau beobachtet haben. Dabei sind den Landwirten gewissen Regelmäßigkeiten aufgefallen, denen sie dann in den sogenannten Bauernregeln Ausdruck verliehen haben.

Die Regel vom Siebenschläfer am 27. Juni ist wohl eine der bekanntesten, und es gibt sie auch in mehreren Ausformulierungen.

  • “Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.”
  • “Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag.”
  • “Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.”
  • “Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.”
  • “Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, dann regnet’s ganze sieben Wochen.”

Die Zuverlässigkeit der Siebenschläfer-Regel ist in gewissen Gegenden Europas relativ hoch – so etwa in Süddeutschland. Das hat mit dem Jetstream in etwa zehn Kilometer Höhe zu tun. Dieser hat Einfluss auf Tiefdruckgebiete und ändert sich ständig. Lediglich im Hochwinter und Hochsommer bleibt er oft mehrere Wochen lang konstant. Und genau in den Tagen rund um den Siebenschläfer-Tag findet der Jetstream häufig seinen Verlauf für den Sommer.

Insofern hoffen nicht nur die Bauern darauf, dass das Wetter heute gut ist. Es lohnt also ein Blick auf das heutige Wetter in Südtirol.

Und das scheint laut dem Landeswetterdienst vielversprechend zu sein: Im Großteil Südtirols dominiert der Sonnenschein. Im Osten und Norden ziehen ein paar dichtere Wolken durch und im hinteren Ahrntal sind noch ein paar Regentropfen möglich. Es weht teils starker Nordwind.

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Wir dürfen also auf eine Schönwetter-Periode hoffen.

Was hat aber der Siebenschläfertag mit dem gleichnamigen Nagetier zu tun? Gar nichts! Der Name stammt nämlich von einer christlichen Legende über sieben schlafende Jünglinge. Sie sollen im Jahr 251 während der Christenverfolgung im Römischen Reich in eine Höhle bei Ephesos geflohen sein, wo ihre Verfolger sie einmauerten. Nach 195 Jahren entdeckt, erwachten sie angeblich am 27. Juni 446 und bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten. Bis ins 18. Jahrhundert wurden die Siebenschläfer als Heilige verehrt – und galten als Schutzpatrone gegen Schlaflosigkeit.

Bezirk: Bozen