Von: mk
Bozen – Die psychosozialen Langzeitfolgen der Corona-Pandemie sind in Südtirol nach wie vor spürbar – vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Um derzeitige Belastungen zu erfassen und gezielte Hilfe entwickeln zu können, hat am 24. März die vierte Erhebungsphase der COP-S-Studie („Corona und Psyche in Südtirol“) begonnen. Noch bis zum 13. April 2025 können Eltern und Schüler aller Schulstufen an der anonymen Online-Umfrage teilnehmen. Bislang wurden fast 6.300 Fragebögen ausgefüllt.
Um besser zu verstehen, was junge Menschen heute belastet und wie man sie stärken kann, hat das Institut für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen am 24. März 2025 eine neue Erhebungsphase der COP-S-Studie („Corona und Psyche in Südtirol“) gestartet. Diese Umfrage schließt an die drei vorhergehenden an. Noch bis 13. April 2025 sind Eltern dazu eingeladen, einen Online-Fragebogen auszufüllen. Der Link dazu wird über die Schulen verschickt – das Ausfüllen dauert zehn bis 15 Minuten.
Jugendliche ab elf Jahren können im Anschluss einen eigenen Abschnitt ausfüllen. Seit dem 24. März wurden fast 6.300 Fragebögen ausgefüllt – ein starkes Zeichen dafür, wie sehr das Thema viele Familien bewegt. „Wir benötigen eine möglichst breite Datenbasis, um die psychosoziale Lage von Kindern und Jugendlichen in Südtirol bestmöglich abbilden zu können. Darauf aufbauend sollen konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft entwickelt werden, die darauf abzielen, die Gesundheitskompetenz von Kindern, Jugendlichen und Eltern zu stärken“, unterstreicht Dr. Verena Barbieri, Leiterin der COP-S-Studie.
Die Erhebung 2025 widmet sich schwerpunktmäßig dem Zusammenhang zwischen Digital Media, Schulstress, familiären Belastungen und psychischer Gesundheit. Dabei werden auch Schutzfaktoren untersucht, die Kinder und Jugendliche stärken und ihre seelische Resilienz fördern können.
„Die Ergebnisse unserer bisher durchgeführten Erhebungen haben gezeigt, dass Hinweise auf Symptome wie Ängste, Schlafstörungen oder Verhaltensstörungen seit dem Ende der COVID-19-Pandemie nicht verschwunden sind – im Gegenteil: Sie sind im Laufe der Pandemie angestiegen und nach der Pandemie gleich geblieben“, erklärt Studienleiterin Dr. Verena Barbieri.
Davon betroffen sind häufig Kinder, die digitale Medien exzessiv benutzen, Kinder mit Migrationshintergrund, Kinder von Alleinerziehenden oder Kinder mit psychisch belasteten Elternteilen. „Jungen und Mädchen unterschieden sich zwar in der Form der psychischen Belastung, nicht aber in der Häufigkeit“, betont Dr. Barbieri.
Die Ergebnisse der Südtiroler COP-S-Studie korrespondieren mit ähnlichen Erhebungen auf internationaler Ebene, etwa jenen der COPSY-Studien des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Diese Untersuchungen können wertvolle Erkenntnisse für Prävention und Versorgung im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit liefern.
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