In Südtirol

WWF beanstandet hohen Pestizideinsatz im Obstbau

Mittwoch, 26. März 2025 | 15:09 Uhr

Von: luk

Kaltern – Der WWF erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen den intensiven Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft von Trentino-Südtirol und Venetien. Vor der für Sonntag in Kaltern geplanten „Wanderung für eine Landwirtschaft ohne chemische Pestizide“ warnt die Umweltorganisation eindringlich vor den Risiken für Mensch und Natur.

Besonders in den Apfelplantagen Südtirols und den Prosecco-Weinbergen Venetiens kommen laut WWF weiterhin gesundheits- und umweltschädliche Chemikalien zum Einsatz. Durch das sogenannte „Drift-Phänomen“ verteilen sich die Pestizide weit über die Anbauflächen hinaus und lassen sich in Böden, Gewässern, dem Grundwasser sowie auf Spielplatzwiesen und in der Luft nachweisen.

Italien gehört laut WWF zu den größten Pestizidverbrauchern in Europa und belegt den vierten Platz im EU-Ranking. Die Hoffnung auf eine Reduzierung des Pestizideinsatzes habe sich zerschlagen: Die EU-Kommission hat mit ihrer neuen „Vision für Landwirtschaft und Ernährung“ vom 19. Februar das ursprüngliche Ziel, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bis 2030 um 50 Prozent zu senken, endgültig aufgegeben.

Doch es gibt auch eine positive Entwicklung: Die ökologische Landwirtschaft wächst in Italien weiter. Ende 2023 wurden knapp 2,5 Millionen Hektar biologisch bewirtschaftet – ein Anstieg von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit ist bereits fast ein Fünftel der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche Italiens bio-zertifiziert.

Zusätzliche Brisanz bringt eine neue Studie des Pesticide Action Network aus Deutschland. Die Untersuchung zeigt, dass Pestizide viel weiter in die Umgebung dringen als bisher angenommen. Ähnliche Ergebnisse wurden bereits in Studien aus Südtirol festgestellt.

Bezirk: Überetsch/Unterland

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