Von: ka
Mailand – Nachdem es in den letzten Monaten in der lombardischen Metropole zu einer unglaublichen Häufung von Diebstählen und Raubüberfällen gekommen war, ist es den Beamten der Quästur von Mailand gelungen, eine riesige Babygang zu zerschlagen.
Unter den Festgenommenen, allesamt Italiener der zweiten Generation, befanden sich auch 18 Minderjährige. Die Beute aus den Raubüberfällen, zumeist Goldschmuck, wurde über eine einzige Anlaufstelle im Stadtteil San Siro verteilt, nach Rumänien gebracht und dort eingeschmolzen.
Da sich die Diebstähle und Raubüberfälle auf den Straßen Mailands und insbesondere in der U-Bahn der lombardischen Metropole häuften, hatten die Beamten der Mailänder Quästur bald den begründeten Verdacht, dass hinter den kriminellen Machenschaften nur eine große Bande stecken konnte. Als sie die einzelnen Ermittlungsstränge, die sich aus den Anzeigen betroffener Mailänder Bürger ergaben, zusammenführten, stießen sie bald auf eine gut organisierte Bande von meist minderjährigen Tätern und deren Helfern. Nachdem sie genügend belastendes Material gesammelt hatten, schlugen die Polizisten zu und nahmen 18 Minderjährige und 32 Erwachsene fest.
Milano, la Polizia di Stato esegue 50 provvedimenti restrittivi
#Milano: la Polizia di Stato esegue provvedimenti restrittivi nei confronti di 50 giovani, di cui 18 minorenni, per rapina, associazione per delinquere, ricettazione e riciclaggio.I #poliziotti della #SquadraMobile della #Questura di Milano, con l’ausilio delle sezioni investigative dei Commissariati meneghini, hanno fermato i giovani responsabili delle rapine e dei furti con strappo di collane e preziosi in oro commessi in strada e in metropolitana. Inoltre, hanno scoperto e smantellato un sistematico canale di ricettazione dei monili in oro riconducibile a una famiglia di origine rumena, che è stata arrestata, in una casa popolare abusivamente occupata nel quartiere #SanSiro. Qui, a qualsiasi orario, i giovani si recavano per ricettare la refurtiva che poi, periodicamente, veniva trasportata in Romania per essere riciclata.Al link i dettagli dell'operazione: https://questure.poliziadistato.it/it/Milano/articolo/119467ed0c885841e367174424#essercisempre #poliziadistato
Posted by Questura di Milano on Wednesday, April 2, 2025
Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei den Festgenommenen allesamt um Italiener der zweiten Generation. Im Zuge der Ermittlungen stießen die Beamten der Quästur Mailand im Stadtteil San Siro auf eine von einer siebenköpfigen rumänischen Großfamilie bewohnte Sozialwohnung, die der gesamten Babygang als „Abgabe- und Verteilstelle“ für die Beute aus den Raubüberfällen diente und in der alle Fäden zusammenliefen.
Die Rumänen nahmen nicht nur die von den einzelnen Babygangs erbeuteten Schmuckstücke, Halsketten und Uhren entgegen und wickelten mithilfe einiger Mittelsmänner die Geschäfte ab, sondern sorgten auch für den Transport des Goldschmucks nach Rumänien, wo das Gold eingeschmolzen wurde. Aus dem Erlös zahlten sie dann die Löhne an die Mitglieder der Babygang aus.
Aus den ausgewerteten Telefonmitschnitten geht eindeutig hervor, dass die riesige Babygang von dem Oberhaupt der rumänischen Großfamilie, der 27-jährigen Cristina Florea, besser bekannt unter dem Spitznamen „Mamma Romania“, geleitet wurde. Nach bisherigen Erkenntnissen soll sie nicht nur der Kopf der Bande gewesen sein, sondern auch im Zentrum des gesamten Unterstützernetzwerkes gestanden haben.
In der Wohnung, die die Großfamilie seit acht Jahren besetzt hielt, herrschte ein ständiges Kommen und Gehen von Kriminellen, die Beute ablieferten und Geld entgegennahmen. Doch weder die Großfamilie noch die Mitglieder der Babygang ahnten, dass die Polizei ihnen bereits seit Wochen auf der Spur war und ihre Telefone abhörte.
Dabei kamen den Beamten der Leichtsinn und das Geltungsbedürfnis der Chefin zu Hilfe. In einem mitgeschnittenen Videotelefonat mit ihrer minderjährigen Schwester ist Cristina Florea alias „Mamma Romania“ zu sehen, wie sie an fast allen Fingern, am Hals und an den Handgelenken goldene Ringe, Ketten und Armbänder trägt und auf den Rest ihrer Familie zeigt. „Ich habe sie alle in Gold gehüllt, auch die Kinder!“, strahlt „Mamma Romania“ auf dem Display ihres Smartphones.
Es ist ein Tag im September, die ganze Familie steht kurz vor der Abreise. Cristina, ihr Lebensgefährte David Tanase, ein 32-jähriger Landsmann, ihre Tante, ihre ältere Schwester und die Kinder im Alter von sechs, acht, neun und 15 Jahren sind auf dem Weg zum Mailänder Flughafen, um ihren Flug nach Rumänien anzutreten. Doch als sie mit dem Schmuck und „ihren“ ebenfalls gestohlenen Chanel- und Louis-Vuitton-Taschen beim Check-in eintreffen, werden sie von der italienischen Grenzpolizei angehalten.
Bei der anschließenden Kontrolle kommen neben 15.000 Euro Bargeld nicht weniger als 61 Goldschmuckstücke zum Vorschein. Einige sind „zerbrochen“, andere tragen eingravierte Namen und Inschriften in italienischer Sprache. Darunter befindet sich auch ein Medaillon mit einem Heiligenbild und der Aufschrift „Gott schütze dich“, das einem Mailänder wenige Monate zuvor bei einem Überfall in einem Bus entrissen worden war. Während der gesamte Schmuck beschlagnahmt wurde, wurden gegen Cristina und die anderen erwachsenen Familienmitglieder Ermittlungen wegen Hehlerei eingeleitet.
„Das war die größte Summe, die ich je mitgebracht habe“, klagte sie ihren Eltern, denen es im Gegensatz zu ihr gelungen war, zweieinhalb Kilogramm Gold mit dem Auto nach Rumänien zu schmuggeln. Cristinas Eltern lebten in einer ebenfalls illegal besetzten Wohnung, die der gesamten Bande als eine Art „zweite Basis“ diente.
Nach und nach gelang es der Polizei, das gesamte kriminelle Netzwerk aufzudecken und alle Mitglieder und Mittelsmänner zu identifizieren. Nachdem die Polizisten genügend belastendes Material gesammelt hatten, setzten sie dem kriminellen Treiben ein Ende. Bei der Durchsuchung der Wohnung der Großfamilie stellten die Beamten über 6.000 Euro Bargeld, drei Präzisionswaagen, ein Goldprüfgerät und eine Schachtel mit 33 gestohlenen Schmuckstücken sicher.
Die Fahrten nach Rumänien, um die Beute illegal außer Landes zu bringen, einzuschmelzen und zu verkaufen, seien sehr häufig gewesen, so die Ermittler. Den abgehörten Gesprächen zufolge liefen die „Geschäfte“ blendend. „Wie viel Geld hast du gemacht?“, fragte einer der Täter. „117.200 rumänische Leu“, umgerechnet rund 23.440 Euro, antwortete sein Komplize, der zwei Kilogramm Gold nach Rumänien geschmuggelt hatte.
Fast alle Mitglieder der Bande sitzen nun wegen Raubes, Diebstahls, Körperverletzung und Hehlerei in Untersuchungshaft. „Die heutige Polizeiaktion in Mailand, bei der ein ganzes kriminelles Netzwerk zerschlagen wurde, ist der x-te Beweis für das Engagement der Polizeikräfte im Kampf gegen Kriminalität und Illegalität auf unseren Straßen“, lobte der italienische Innenminister Matteo Piantedosi den Einsatz der Beamten der Mailänder Quästur.
Aktuell sind 24 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen