Von: mk
Trient – Die Finanzpolizei von Trient hat am Donnerstag in Zusammenarbeit mit den Carabinieri in mehreren Provinzen Italiens Wohnungsdurchsuchungen veranlasst. Wie berichtet, geht es um die Zerschlagung einer kriminellen Organisation im Wirtschaftsbereich. Der Bande wird erschwerter Betrug vorgeworfen.
Im Fokus stehen der unrechtmäßige Bezug öffentlicher Beiträge, Falscherklärungen vor Gericht und die Ausstellung gefälschter Rechnungen. Die Untersuchung wird von der Trientner Staatsanwaltschaft geleitet.
Drei Personen wurden festgenommen – zwei davon auf frischer Tat ertappt -, während Vermögenswerte in Höhe von über 340.000 Euro beschlagnahmt wurden.
Im Trentino sowie in den Provinzen Vicenza, Padua, Latina, Syrakus, Modena, Vercelli und Lecco wurden 66 Wohnungsdurchsuchungen bei weiteren Verdächtigen und Unternehmen durchgeführt.
Die Ermittlungen wurden 2024 von den Carabinieri in ihrer Funktion als Gerichtspolizei unter der Leitung der Trientner Staatsanwaltschaft, der Ermittlungseinheit der Carabinieri und der Einheit für Wirtschaftskriminalitätseinheit der Finanzpolizei in die Wege geleitet.
Dabei kam ein kriminelles Netzwerk ans Licht, das mutmaßlich aus fünf Personen aus Trient bestand. Die Verdächtigen sollen über zwei Non-Profit-Organisationen öffentliche Gelder betrügerisch erlangt haben. Durch die Ausstellung gefälschter Rechnungen, das Vorlegen falscher Finanzberichte und fiktiver Mitgliedschaften sollen sie öffentliche Institutionen getäuscht haben.
Im Zuge der Ermittlungen wurde festgestellt, dass zahlreiche Unternehmen ohne ihr Wissen als Mitglieder der gemeinnützigen Organisationen geführt wurden. Dadurch wurde – zumindest auf dem Papier – die notwendige Mindestmitgliederzahl für den Erhalt öffentlicher Fördermittel erreicht. Auf diese Weise sollen sich die Verdächtigen über 340.000 Euro von der zuständigen Landesagentur erschlichen haben.
Erhebungen zu unrechtmäßig gewährten Förderungen seitens weiterer Institutionen, wie etwa durch die Trientner Handelskammer dauern unterdessen noch an.
Darüber hinaus steht die Gründung einer weiteren gemeinnützigen Organisation im Fokus der Ermittler. Dies soll offiziell die Aufgabe als Zertifizierungsstelle für gemeinnützige Arbeitseinsätze von Angeklagten vor Gericht übernommen haben.
Laut Vorwurf wurden allerdings falsche Bescheinigungen an Gerichte ausgestellt. Gegen Zahlung von Geldsummen, die als „freiwilligen Spenden“ getarnt waren, sind Angeklagten vor Gericht Stunden für gemeinnützige Arbeit bestätigt worden, ohne dass sie diese tatsächlich auch geleistet haben.
Der Schwindel flog jedoch auf: Im Rahmen der Ermittlungen wurde festgestellt, dass sich ein Angeklagter in einem Strafverfahren im Ausland aufgehalten hatten, obwohl ihm zum fraglichen Zeitpunkt gemeinnützige Arbeit als Wiedergutmachung bescheinigt wurde.
Insgesamt sind über 60 Personen und 15 Unternehmen in den Fall verwickelt. An der Operation am heutigen Donnerstag waren über 200 Carabinieri und Finanzpolizisten beteiligt.
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