„Ich bin keine Impfgegnerin“ – VIDEO

Böse Überraschung: Ungeimpftes Kind vor verschlossener Kindergartentür

Dienstag, 26. März 2019 | 07:10 Uhr

Von: ka

Banchette – Eine Mutter und ihr Sohn erlebten am Montagmorgen vor dem Kindergarten von Banchette, eine Ortschaft in der Nähe der piemontesischen Hauptstadt Turin, eine böse Überraschung. Mit der Begründung, dass der Impfstatus des kleinen Buben nicht vollständig sei, wurde der Mutter und ihrem Sohn der Eintritt in den Kindergarten verweigert. Um die Maßnahme zu verdeutlichen, sperrte die Erzieherin vor der Nase der Mutter die Eingangstüre zu. Die Mutter, die sich selbst nicht als Impfgegnerin bezeichnet, gibt sich aber kämpferisch und will nicht aufgeben.

Am Montagmorgen gegen 9.20 Uhr wollte eine Mutter aus Banchette wie immer ihren Sohn zum Kindergarten bringen, als sie eine böse Überraschung erlebte. Mit dem Hinweis, dass laut dem lokalen Gesundheitssprengel der Impfstatus des kleinen Buben unvollständig sei, teilte die Leiterin des Kindergartens von Banchette der aufgebrachten Mutter mit, dass das Kind nicht mehr den Kindergarten besuchen könne. In Wahrheit war es keine wirkliche Überraschung. Bereits vor mehreren Tagen war der Familie des Buben der amtliche Bescheid zugestellt worden, dass das Kind aufgrund dieser Gesetzeswidrigkeit vom Kindergarten ausgeschlossen worden war.

„Ich bin keine Impfgegnerin. Mein Sohn ist gegen einen Großteil der vorgeschriebenen Krankheiten geimpft und die, gegen die er nicht geimpft ist, sind Krankheiten, die mein Kind bereits gehabt hat. In der Tat habe ich gegen die Maßnahme bereits Einspruch erhoben. Ich verlange nun, dass mein Sohn den Kindergarten, den er seit drei Jahren besucht und wo er viele Freunde hat, weiterhin besuchen darf“, so die erzürnte Mutter.

Davor hatte es bereits im September letzten Jahres „Probleme“ mit dem Kind dieser Familie gegeben. Damals war das Kind – immer wegen Mängel im Impfstatus und aufgrund einer fehlenden Selbsterklärung – zeitweilig getrennt von den anderen Kindergartenkindern in einem eigenen Raum untergebracht worden.

„Um den Kontakt mit den anderen Kindern zu vermeiden, hatten sie ihn in einem Zimmer alleine gelassen“, so die Klage der Mutter. An jenem Vormittag im September hatten die Carabinieri eingegriffen.

„Seit dem 10. März ist ein Gesetz in Kraft. Daher können wir keine weiteren Ausnahmen zulassen. Wir haben uns gegenüber dieser Familie bereits sehr entgegenkommend verhalten. Wenn der Bub wieder den Kindergarten besuchen kann, müssen wir auf die Unterlagen des lokalen Sanitätssprengels, der ihn uns bis jetzt als säumig gemeldet hat, warten“, erklärte die Leiterin des Kindergartens.

Die Folge war, dass das Kind am Montagmorgen vor einer verschlossenen Tür stand. „Um ihm den Eintritt in den Kindergarten zu verwehren, haben sie wirklich die Eingangstür mit dem Schlüssel zugesperrt. Seine Erzieherin hat ihm außerdem gesagt, dass er nicht den Kindergarten besuchen darf. Für ihn ist es ein Schock gewesen. Das ist keine Art, so umzugehen“, so die erzürnte Mutter. Die Mutter kündigte an, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um ihrem Sohn am Dienstag oder in den nächsten Tagen den Besuch des Kindergartens zu ermöglichen.

„Ich bin nur eine Mutter, die versucht, ihr eigenes Kind, dem ein Recht verweigert wird, zu schützen“, so die Mama des kleinen Buben.

ANSA/ALESSANDRO DI MARCO

Der Fall von Banchette schlug in der italienischen Öffentlichkeit hohe Wellen. Er entfachte erneut eine Debatte um den Ausschluss vom Unterricht von Schulkindern von Impfgegnern. Erst am letzten Samstag gingen im Zentrum von Turin Tausende von Eltern ungeimpfter Kinder auf die Straße, um ein Ende des Ausschlusses vom Unterricht ihres Nachwuchses zu fordern.