Maria Antonietta Rositani erleidet schwerste Verbrennungen – VIDEO

Brutale Beziehungstat: 42-Jähriger zündet vor Schule Ex-Frau an

Freitag, 15. März 2019 | 08:09 Uhr

Von: ka

Reggio Calabria – Trotz öffentlicher Appelle und Strafverschärfungen reißt die Serie von Gewalttaten gegen Frauen nicht ab. Erst am Dienstag – nur vier Tage nach dem Tag der Frau – war eine belebte Straße vor einer Schule im Zentrum der süditalienischen Stadt Reggio Calabria Schauplatz einer schrecklichen Beziehungstat. Nachdem ein 42-Jähriger vor der Schule auf das Eintreffen seiner Ex-Frau gewartet hatte, öffnete er die Autotür und überschüttete sie mit brennbarer Flüssigkeit. Die Frau, Maria Antonietta Rositani, erlitt beim Brandangriff schwerste Verbrennungen.

Die Ermittler hatten nie einen Zweifel. Der 42-jährige Ciro Russo wollte seine ehemalige Ehefrau töten. Seine Ex-Frau, die ebenfalls 42-jährige Maria Antonietta Rositani, sollte vor seinen Augen lebendig verbrennen. Um sich an seiner Ex-Frau zu rächen, zögerte der ursprünglich aus Ercolano bei Neapel stammende, vorbestrafte 42-Jährige nicht, aus dem Hausarrest auszubrechen und mit seinem Pkw bis zum Wohnort des Opfers – Reggio Calabria an der Stiefelspitze Italiens – 400 Kilometer zurückzulegen. Ciro Russo, der den Tagesablauf seiner Ex-Frau genau kannte, lauerte am Dienstagmorgen gegen 8.30 Uhr Maria Antonietta Rositani vor dem Kunstlyzeum, wohin die 42-Jährige an den Schultagen ihren Sohn brachte, auf. Als Ciro Russo den Kleinwagen seiner Ex-Frau sah, öffnete er blitzschnell die Fahrertür und überschüttete Maria Antonietta Rositani mit einer brennbaren Flüssigkeit, die er sogleich anzündete. Dabei kümmerte es dem 42-jährigen Kriminellen nicht, dass in der zu dieser Uhrzeit belebten Straße Dutzende Passanten und Studenten Augenzeugen der schrecklichen Beziehungstat wurden.

Erst als die Frau zu schreien begann und der Kleinwagen in Flammen stand, verstanden die Menschen vor der Schule, was passiert war. Während mehrere Passanten der Frau, die inzwischen ihren brennenden Pkw verlassen hatte, zu Hilfe eilten, suchte Ciro Russo mit seinem Hyundai i30 unerkannt das Weite. Kurz darauf traf zusammen mit den Rettungskräften auch eine Streife der Polizei ein. Die Frau wurde erstversorgt und in das Krankenhaus von Reggio Calabria gebracht. Aufgrund der Schwere der Verletzungen – die Frau hatte beim Brandangriff Verbrennungen auf mehr als der Hälfte der Hautoberfläche erlitten – wurde die Frau noch am selben Tag in das Zentrum für Verbrennungsverletzungen der Poliklinik von Bari verlegt.

Die Polizeikräfte hingegen riefen eine Großfahndung nach dem fast 1.90 Meter großen, korpulenten Verbrecher aus. Dank intensiver Ermittlungen im Umfeld des 42-Jährigen und der Auswertung der Aufnahmen mehrerer Überwachungskameras gelang es den Polizisten, den flüchtigen Ciro Russo am Mittwochabend gegen 21.50 Uhr im historischen Zentrum von Reggio Calabria vor einer Pizzeria zu stellen. Den Polizeibeamten, die angesichts der Brutalität und der Vorstrafen des Kriminellen auf alles vorbereitet waren, leistete Ciro Russo keine Gegenwehr. Der 42-Jährige, der selbst eine Verbrennungsverletzung an einer Hand aufwies, wurde festgenommen und in eine Haftanstalt überstellt.

In der Zwischenzeit schwebt Maria Antonietta Rositani weiterhin in Lebensgefahr. „Für die Patientin ist die Prognose ungewiss. Sie besitzt Verbrennungen auf 50 Prozent der Körperoberfläche. Besonders die tiefen Verbrennungen auf dem Gesicht sowie auf den Armen und Beinen bereiten Sorgen. Zudem hat sie Schwierigkeiten, zu atmen. Sie befindet sich aber bei Bewusstsein und ist stabil. Sie hat bereits ihren Willen bekundet, das Geschehene bei der Staatsanwaltschaft anzuzeigen“, so Giuseppe Giudice, Leiter des Zentrums für Verbrennungen der Poliklinik von Bari.

Um ihre Heilungsaussichten zu verbessern, wurde Maria Antonietta Rositani in der Nacht einer schwierigen Escharotomieopertation unterzogen. Ob die 42-jährige Mutter, die an diesem Dienstagvormittag nur ihren Sohn zur Schule bringen wollte, jemals wieder zu ihrem früheren Leben zurückkehren kann, steht in den Sternen. Die Stadt selbst ist geschockt. Für das Wochenende sind mehrere Solidaritätskundgebungen für Maria Antonietta Rositani und gegen Gewalt gegen Frauen geplant.

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