Homosexuelles Pärchen von B&B abgewiesen - VIDEO

„Gay und Tiere nicht willkommen“

Dienstag, 25. Juli 2017 | 07:20 Uhr

Von: ka

Kalabrien – Wie jedes Jahr um diese Zeit wollte ein Pärchen – zwei Männer – ihren gemeinsamen Urlaub am Meer verbringen. Am letzten Donnerstag fanden die beiden im Netz auch eine ihnen zusagende Unterkunft – eine schöne Ferienwohnung mit Frühstück, Schwimmbad und nur wenige Hundert Meter vom Meer entfernt – die zudem in ihren Lieblingsferienregion, Kalabrien, lag.

Twitter/Calabria

Aber nachdem sie über die Plattform Booking.com die Ferienwohnung für die gewünschten Wochen vorgemerkt hatten, erlebten sie eine böse Überraschung. Der Besitzer der Ferienwohnung kontaktierte das Paar über das Netzwerk WhatsApp und wollte einige Details wie Herkunft der Männer und gesamte Anzahl der Personen wissen. Das Paar nahm seinerseits die Gelegenheit wahr, um etwas über die gebotenen Serviceleistungen und die Ferienwohnung zu erfahren. Kurz darauf bekam das Paar aber die kalte Dusche. Der Besitzer bedankte sich für die Vormerkung, fügte aber hinzu, dass die Ferienwohnung nagelneu sei und er sie erst das erste Jahr vermiete. Daraufhin entschuldigte sich der Mann und wies darauf hin, dass Homosexuelle und Tiere in seinem Betrieb nicht willkommen seien.

Das Pärchen war über die Vorgangsweise des Besitzers zuerst überrascht und danach zutiefst enttäuscht und zornig. Der Mann, der das Gespräch geführt hatte, verlor keine Zeit, dem Betreiber der Ferienwohnung zu antworten. Er fertigte sogleich einen Screenshot der WhatsApp-Konversation an und ließ sie zur Veröffentlichung dem Arcigay von Neapel zukommen. Den Medien erzählte der Mann, dass er mit seinem Freund schon seit sieben Jahren zusammen sei, sie sich nie versteckt hätten und sich so etwas nicht bieten ließen. Daher hätten sie sich entschlossen, die ganze Geschichte publik zu machen, damit der Besitzer nicht so einfach davonkomme.

Vom “Corriere della Sera” befragt, wies die auf Diskriminierung spezialisierte Rechtsanwältin und Gründerin GayLex, Cathy La Torre, darauf hin, dass es in Italien gleich wie in fast ganz Europa ein Gesetz gebe, die jegliche Art von Diskriminierung verbiete und die Gleichbehandlung aller Bürger vorschreibe. Dies gelte auch für touristische Unterkünfte, die alle Kunden gleich welcher sexuellen Orientierung, ethnischer Herkunft, religiöser Überzeugung und politischer Ansicht behandeln müssen. Cathy La Torre fügte hinzu, dass das italienische Recht für die Opfer von Diskriminierung Schadenersatz vorsehe, aber das zeitnah wirksamste Mittel ein Boykottaufruf sei.

Unnötig hinzuzufügen, dass die Ablehnung des homosexuellen Pärchens in Italien eine rege Diskussion um Toleranz und Diskriminierung ausgelöst hat.

Für das Pärchen gab es aber ein Happy End. Kurze Zeit später fanden sie ein Hotel, in dem sie ihren Kalabrienurlaub verbringen werden.

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