Risiko eines „fahrenden Geisterautos“

Mit offenem Fenster geparkt: Bürgermeister verteidigt umstrittene Strafe

Samstag, 05. April 2025 | 07:45 Uhr

Von: luk

Vicenza – Die kuriose Geschichte eines Autofahrers in Vicenza, der wegen eines zehn Zentimeter geöffneten Fensters eine Strafe erhielt, sorgt weiter für Diskussionen. Nun meldet sich der Bürgermeister der Stadt zu Wort und stellt sich hinter die Entscheidung der Polizei.

Nicht nur ein offenes Fenster

Am 23. März parkte ein Autofahrer nahe des Wallfahrtsortes Monte Berico und fand bei seiner Rückkehr ein Knöllchen über 42 Euro an der Windschutzscheibe. Der Vorwurf: „Unterlassene Vorkehrungen zur Verhinderung einer unbefugten Nutzung des Fahrzeugs“ – konkret ging es darum, dass das Seitenfenster ein Stück offen stand. Der Fall sorgte für großes Medienecho, doch nun stellt eine Stellungnahme der Gewerkschaft der Lokalpolizei die Situation in ein anderes Licht.

Laut der Confederazione Unitaria di Base (CUB), die sich hinter die Beamten stellt, ging es nicht nur um das geöffnete Fenster, sondern um eine Reihe von Verkehrsverstößen. Der Wagen sei falsch herum, auf einer abschüssigen Straße und teilweise in die Fahrbahn hineinragend geparkt gewesen. Dies habe den Verkehr behindert und die Sicherheit anderer Fahrer gefährdet, da die Straße in diesem Bereich nur noch einseitig befahrbar war.

Risiko eines „fahrenden Geisterautos“

Ein weiteres Argument der Polizei: Das leicht geöffnete Fenster habe das Risiko erhöht, dass jemand das Fahrzeug manipuliert. „Die Gegend wird oft von älteren Menschen und Pilgern frequentiert“, zitiert der Corriere della Sera aus der Stellungnahme der Gewerkschaft. „Ein Unbefugter hätte durch das Fenster in das Fahrzeug greifen, die Handbremse lösen und das Auto in Bewegung setzen können – eine gefährliche Situation auf einer steilen Straße.“

Statt eine drastischere Strafe wegen Verkehrsbehinderung zu verhängen oder das Fahrzeug abzuschleppen, hätten die Exekutivbeamten sich für eine mildere Sanktion entschieden.

Bürgermeister: „Entscheidung war richtig“

Der Bürgermeister von Vicenza verteidigte seine Polizei und betonte, dass die Ordnungshüter nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hätten. „Es ging hier nicht um reine Bürokratie, sondern um Verkehrssicherheit“, erklärte er in einem Statement. Die Kritik an der Maßnahme sei überzogen, da es keine willkürliche Bestrafung gewesen sei, sondern eine legitime Entscheidung im Rahmen der Verkehrssicherheit.

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