„Beschämendes Verhalten“: Junge Männer angezeigt – VIDEO

Schäbig: „Notfall vorgetäuscht, um Mitfahrgelegenheit zu erschleichen“

Donnerstag, 13. Juli 2023 | 06:43 Uhr

Von: ka

Riccione – Zwei junge Männer aus Mailand, die in Riccione ihren Urlaub verbrachten, haben einen ganz besonders schäbigen „Streich“ verübt.

Da die beiden 20-Jährigen, die sich im Hinterland von Riccione befanden, nicht wussten, wie sie nach Riccione zurückkommen sollten, fiel ihnen nichts Besseres ein, als einen Notfall vorzutäuschen und sich von einem Krankenwagen nach Riccione zurückbringen zu lassen. Kaum waren sie in der Ersten Hilfe des Krankenhauses von Riccione angekommen, verschwanden sie auf Nimmerwiedersehen. Die beiden verewigten ihr schäbiges Verhalten auf Video, das sie auf TikTok veröffentlichten, wo sie rund 8.000 Likes erhielten. Für die jungen Männer hat das Geschehene aber ein Nachspiel. Sie wurden von den Gerichtsbehörden angezeigt und werden sich demnächst wegen Unterbrechung eines öffentlichen Dienstes und vorsätzlicher Auslösung eines falschen Alarms vor Gericht verantworten müssen.

Ein böser „Streich“, der wohl vor allem dem Zweck diente, in den sozialen Netzwerken ein Video zu posten, um Tausende von Likes zu erhalten, wird für zwei junge Männer maghrebinischer Herkunft aus Mailand, die in Riccione in Urlaub waren, ernste Folgen haben.

Mitten im ländlichen Hinterland der Adriaküste und unter der sengenden Sonne der Romagna suchten die beiden 20-Jährigen am letzten Sonntagvormittag nach einer Mitfahrgelegenheit zurück nach Riccione. Irgendwann kam einer von ihnen auf die „geniale“ Idee, einen medizinischen Notfall vorzutäuschen. Ihr Ziel war es, sich gratis von einem Krankenwagen zurück nach Riccione kutschieren zu lassen.

ANSA/TIKTOK

Das Video, das später auf TikTok gepostet werden sollte, lässt keinen Zweifel an der Schäbigkeit ihres Verhaltens aufkommen. „Leute, wir haben uns hier in der Gegend verirrt und werden jetzt schauen, wie wir das wieder in Ordnung bringen können“, so der Beginn des Videos.

Einer der beiden wählte die Notrufnummer 118 und begann der Einsatzkraft am anderen Ende der Telefonleitung, ein „Theater“ vorzuspielen. Während der andere im Video große Mühe hatte, sein Gelächter zu unterdrücken, schilderte der eine mit besorgter Stimme, dass seinem Freund plötzlich schlecht geworden sei und keine Zeichen einer Erholung zeige. Nach der Auslösung des Alarms durch die Einsatzzentrale wurde zum vom jungen Mann angegebenen Ort mit heulenden Sirenen ein Krankenwagen samt Notarzt geschickt. „Der Krankenwagen kommt und holt uns ab. Wer will schon zu Fuß zurück nach Riccione?“, lachten die beiden in die Kamera.

ANSA/TIKTOK

Bei ihrer Ankunft stellten die Rettungskräfte aber sofort fest, dass die Lage nicht so dramatisch war, wie sie am Telefon geschildert worden war. Alle medizinischen Parameter des angeblich kollabierten „Patienten“ waren normal. Da beide aber beteuerten, dass es dem jungen Mann nicht gut gehe, entschlossen sich die Rettungskräfte zur endgültigen Abklärung aber dennoch, den „Patienten“ und seinen Begleiter ins Krankenhaus nach Riccione zu bringen.

Kaum in der Ersten Hilfe angekommen, suchten die beiden kurz nach der Anmeldung das Weite. Um mit ihrem „Streich“ zu prahlen, stellten die beiden wenig später das gesamte Video über die Plattform TikTok ins Netz. Das Video wurde innerhalb von 22 Stunden nicht weniger als 50.000-mal angeklickt, rund 8.000-mal gelikt und Hunderte Male geteilt.

Die Bilder, auf denen neben den beiden Männern auch die Rettungskräfte zu sehen waren, erregten aber die Aufmerksamkeit der Ordnungskräfte. Besonders die Notärzte und Rettungskräfte von Romagna Soccorso, die besonders in der touristischen Hochsaison im Sommer an vorderster Front stehen, um Menschen zu retten, ärgerten sich sehr über die Aufnahmen.

 

Es handelte sich nicht nur um eine Verhöhnung der Rettungskräfte. Zu bedenken ist besonders auch die Tatsache, dass gerade in jenen Momenten, in denen dieser „Fake-Einsatz“ abgewickelt wurde, vielleicht jemand wirklich hätte medizinische Hilfe benötigen können. Der Leiter der Einsatzzentrale 118 und des territorialen Notdienstes der Romagna, Dr. Maurizio Menarini, sprach von einem „beschämenden und durch nichts zu rechtfertigenden Verhalten der beiden jungen Männer“.

„Wir verurteilen den Vorfall in Coriano aufs Schärfste“, so der Sanitätsbetrieb der Romagna. Die zuständigen Gesundheitsbehörden erstatteten gegen die beiden im Video erkennbaren jungen Männer wegen Unterbrechung eines öffentlichen Dienstes und vorsätzlicher Auslösung eines falschen Alarms Strafanzeige. Dabei handelt es sich keinesfalls um Kavaliersdelikte. Im Falle eines Schuldspruchs riskieren die beiden 20-Jährigen, die sich nun vor Gericht verantworten müssen, zu hohen Geldbußen und zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt zu werden.

„Sie besitzen weder Ethik noch Moral. Da sie es gewohnt sind, andere für ihre Ziele schamlos auszunutzen, verstehen sie nicht einmal den Grund für die Anzeige. Man müsste sie zu gemeinnützige Arbeit in einem Krankenwagen oder in einer Pflegeeinrichtung verurteilen“, meint die Psychotherapeutin und Expertin für jugendliches Verhalten Elena Falda nach der Analyse des TikTok-Videos.