Nächstes Dürrejahr befürchtet

Trockenheit in Italien: Muss der Gardasee wieder büßen?

Montag, 20. Februar 2023 | 07:58 Uhr

Von: luk

Rom – Der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti schlägt Alarm – erneut wegen der Trockenheit im Land. Bereits jetzt gebe es Probleme.

Schon 2022 herrschte in Italien aber auch anderen europäischen Ländern extrem trockenes und heißes Wetter. Auf den Feldern gingen ganze Ernten ein.

Nun gibt es erhebliche Sorgen, dass auch 2023 ein Dürrejahr werden könnte.

Im Winter gab es in einigen Gebieten des Landes nämlich wieder keine nennenswerten Niederschläge. Laut Coldiretti seien die Felder ausgetrocknet und das mache die Aussaat schwierig. Es drohten wieder Ernte-Ausfälle. Der größte Strom Italiens, der Po, liegt schon jetzt drei Meter unterhalb des Normalwerts.

Die Landwirtschaft in Italien sei ernsthaft in Gefahr, warnt der Verband Coldiretti und richtet eine Forderung an die Politik: In Italien müsste in Becken zur Sammlung von Regenwasser investiert werden.

Muss wieder Extra-Wasser aus dem Gardasee abgepumpt werden?

Wegen der Dürre im Sommer 2022 musste mehr Wasser aus dem Gardasee abgelassen werden, um über den Fluss Mincio den Po zu speisen – wir haben berichtet. Von dort beziehen viele Landwirte Wasser zur Bewässerung ihrer Kulturen. Das und die zu geringe Zuflussmenge aus den Bergen im vergangenen Winter merkt man dem Gardasee noch heute an.

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Der Pegelstand des Sees ist im Moment bereits dramatisch niedrig. Es ist sogar ein Rekordtief. “In der aktuellen Situation des Gardasees registrieren wir ein Wasservolumen, das in der Vergangenheit nie so niedrig gewesen ist”, sagt Pierlucio Ceresa, Generalsekretär des Verbands der Gardasee-Gemeinden dem ARD.

Krisensitzung zur Trockenheit am Gardasee

Bereits im Februar, so früh wie noch nie im Jahr, mussten die Vertreter der Kommunen am Gardasee nun in einer Krisensitzung über das Thema Trockenheit beraten, denn die Lage am größten See Italiens ist besorgniserregend. Erste Maßnahmen wurden bereits ergriffen, wie etwa die Drosselung der Wasserzufuhr für einige Kanäle. Auch in den Mincio geht nur das vorgeschriebene Minimum.

Wassersparen schon jetzt angesagt

Man wolle jetzt so viel wie möglich Wasser sparen, um im Frühjahr der Landwirtschaft in der Po-Ebene die Bewässerung zu ermöglichen und im Sommer die Wasserversorgung in den Gemeinden rund um den Gardasee zu gewährleisten. Man gibt sich am Gardasee also optimistisch. Das Hauptproblem sei aber laut Ceresa, dass es seit Monaten nicht regnet und nicht schneit. Setzt sich dies weiterhin so fort, droht der Pegel des Gardasees weiter zu fallen.

Historisches Niedrigwasser führt zu breiten Stränden

Rekorddürre im Sommer erwartet

Die Aussichten sind tatsächlich nicht so rosig. Denn nach dem trockenen Winter 2021/2022 gibt es auch in diesem Winter im mittleren und westlichen Teil der Alpen rund ein Drittel weniger Schnee als üblich. Laut Gletscherkommission der Trentiner Alpinistengesellschaft ist im aktuellen Winter in den Alpen sogar 56 Prozent weniger Schnee gefallen, verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2021.