Von: mk
Trient/Caldes – Im Jahr 2023 verlor er wegen einer tödlichen Bärenattacke seinen Sohn Andrea, nun liegt er selbst auf der Intensivstation im Trientner Krankenhaus. Carlo Papi aus Caldes im Val di Sole im Trentino ist am Samstagabend in einen Verkehrsunfall verwickelt worden, an dem insgesamt vier Personen beteiligt waren. Die Ärzte enthalten sich einer Prognose.
Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, standen mehrere Feuerwehren aus der Umgebung im Einsatz – ebenso wie das Rote Kreuz und die Carabinieri, die gegen 118.30 Uhr am Unfallort eintrafen. Ein Rettungshubschrauber flog den 72-Jährigen ins Krankenhaus nach Trient.
Der Unfall hat sich in Malé ereignet. Neben Carlo Papi wurden ein weiterer 72-Jähriger und ein 27-Jähriger aus dem Ort verletzt. Der vierte Beteiligte blieb unverletzt.
Carlo Papi musste einer Operation unterzogen werden. Er hatte sich in der Vergangenheit mehrfach öffentlich geäußert und das Projekt „Life Ursus“ bzw. die hohe Anzahl an Braunbären im Trentino kritisiert, wodurch er größere Bekanntheit erlangte, während er und seine Familie von Tierschützern angefeindet worden waren.
Sein Sohn Andrea war beim Joggen am 5. April 2023 von Braunbärin JJ4 im Wald oberhalb von seinem Heimatort Caldes attackiert und tödlich verwundet worden. Der Vorfall hat im Tal tiefe Wunden aufgerissen und weiter Öl ins Feuer in die bereits aufgeheizte Debatte um die Präsenz von Großraubtieren im Trentino gegossen. Vor allem im Val di Sole wird das Zusammenleben mit Braunbären von der Bevölkerung kritisch gesehen.
Auch gerichtlich ging Carlo Papi mit seiner Familie gegen die Landesverwaltung im Trentino vor, ist dann aber gescheitert. Das Verfahren wurde eingestellt.
Am kommenden 5. April steht ein Treffen auf dem Programm, um am Jahrestag seines Todes an Andrea Papi zu erinnern. Auch sein Vater Carlo soll dabei auftreten und zu Wort kommen.
„Ich verfolge mit Besorgnis die Nachrichten über den Gesundheitszustand von Carlo Papi. Er ist ein starker Mann, ich bin sicher, er wird sich bald erholen“, erklärt der Bürgermeister von Caldes, Antonio Maini, gegenüber der Nachrichtenagentur ANSA. Im Heimatdorf der Familie Papi wartet man voller Anspannung und Hoffnung auf neue Nachrichten aus dem Krankenhaus nach dem Autounfall.
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