Hühner sollten vorerst im Stall bleiben

Vogelgrippe nun auch im Trentino nachgewiesen

Dienstag, 28. Februar 2023 | 13:58 Uhr
Update

Von: luk

Trient – Nach den Vogelgrippe-Fällen in Nordtirol sind nun drei weitere Fälle im Trentino festgestellt worden.

Dort wo der Sarca in den Gardasee mündet, sind zuletzt drei tote Möwen gefunden worden, die den Vogelgrippe-Virus in sich trugen. Davor wurde der Erreger bereits auf der lombardischen Seite des Gardasees in Wildvögeln festgestellt.

Die zuständigen Behörden behalten die Lage im Auge, wie die Zeitung Alto Adige berichtet. Derzeit sei die Situation unter Kontrolle, so der Sanitätsbetrieb der Provinz Trient. Dennoch sei Vorsicht geboten. Das Virus könne im Normalfall nur schwer auf den Menschen überspringen. Es gibt aber Fälle von Infektionen nach direktem Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen.

Die Bevölkerung im Trentino ist aufgerufen, dem Sanitätsbetrieb tote Tiere zu melden und Geflügel-Nutztiere vorerst im Stall zu halten. Wer einen oder mehrere tote Vögel findet, sollte sie nur mit Schutzausrüstung wie Handschuhe, Schutzbrillen und Maske anfassen. Direkter Kontakt sollte also vermieden werden.

Seit Jänner gab es in mehreren Ländern Europas Fälle von Vogelgrippe.

Eine akute Gefahr für uns Menschen stellt das aktuelle Vogelgrippe-Aufkommen derzeit nach Einschätzung von Experten noch nicht dar, berichtet SWR-Wissen. Doch muss der Verlauf des Virusgeschehens aufmerksam verfolgt werden. Denn so könne – auch mit den Lehren, die aus der Coronapandemie gezogen werden konnten – schnell reagiert werden, wenn das Virus doch auf den Menschen überspringen sollte.

Hühner im Stall halten: Empfehlung auch für Südtirol

­­Anfang Jänner gab es Geflügelgrippe-Alarm in Nordtirol, gestern wurden mehrere tote Möwen in der Valle dei Laghi im Trentino gefunden. Der Verdacht wurde im Labor bestätigt: Sie sind an Geflügelgrippe verendet. “In Südtirol gibt es zwar weiterhin keine Fälle der tödlichen Geflügelerkrankung, aber wir rufen zur Vorsicht auf: Hühner und anderes Geflügel sollte im Stall gehalten werden und keinesfalls im Freien gefüttert und getränkt werden”, sagt Landesveterinärdirektor Paolo Zambotto. Er unterstreicht, dass es derzeit eine “dringende Empfehlung” sei, es gebe keinerlei gesetzliche Verpflichtung dazu. “Aber es ist im Interesse aller, der Empfehlung Folge zu leisten, um Südtirol weiterhin seuchenfrei zu halten”, sagt Zambotto.

Südtirol weiterhin seuchenfrei halten

Wer in seinem Geflügelstall eine erhöhte Sterblichkeitsrate feststellt, muss sich an den Amtstierarzt oder die Amtstierärztin (Sanitätsbetrieb) wenden, um die Ursache für das Verenden des Federviehs zu klären. Auch Spaziergänger und Spaziergängerinnen oder Bürger und Bürgerinnen sind dazu aufgerufen, sich an den Forstdienst zu wenden, wenn sie mehrere tote (Zug-)Vögel entdecken. “Aus hygienischen Gründen rate ich dazu, die Tiere nicht einzusammeln, sondern das den Experten zu überlassen. Auch wenn ich versichern möchte, dass die  jetzige Variante der Geflügelgrippe grundsätzlich für den Menschen nicht gefährlich ist”, sagt der Landestierarzt.