Hund von Wolfsrudel zerrissen – VIDEO

Wolfsalarm im Apennin: Wölfe in Dorfnähe gesichtet

Donnerstag, 24. Januar 2019 | 08:10 Uhr

Von: ka

Scaparina – In den Bergdörfern des Apennin herrscht Alarmstimmung. Die Bewohner beobachten immer öfter, dass Wolfsrudel um Häuser und Ställe streichen. Nachdem die Wölfe in den Nachbardörfern Kühe und Schafherden angegriffen hatten, fiel ihnen in Scaparina, einem kleinen Bergdorf in der Provinz Pavia, ein Hund zum Opfer.

Am Montagmorgen machten Giuseppe Monfasani und sein Sohn im Garten ihres Hauses eine traurige Entdeckung. In den frühen Morgenstunden hatten mehrere Wölfe ihren Hund Bric angegriffen und regelrecht zerfleischt. Als Giuseppe Monfasani am Morgen nach dem Rechten sah, fand er von seinem geliebten Hund nur mehr einige Stücke und Knochen vor. Die Wunden an der Gurgel des armen Tiers wiesen typische Merkmale von einem von Wölfen verübten Angriff auf. Am Ort des Geschehens trafen umgehend die Carabinieri sowie die Forstwache ein und begannen mit der Spurensicherung.

lpa/Amt für Jagd und Fischerei

Giuseppe Monfasani, der in dem auf 1.100 Meereshöhe gelegenen Bergdorf Scaparina ein Restaurant betreibt, ist außer sich.

„Das sind sie. Ich habe sie gesehen, wie sie sich vor einigen Tagen in den Wäldern da oben herumtrieben. Es ist ein Rudel und sie haben unseren Hund angegriffen. Entweder die Behörden greifen ein oder die Leute könnten beginnen, sich selbst zu verteidigen. Irgendjemand muss bezahlen. Unser Hund ist wie ein Familienmitglied gewesen. Ihm ist es nicht gelungen, sich vor den Wölfen, die sich ohne Kontrolle vermehren, zu verteidigen“, so Giuseppe Monfasani.

Naturmuseum

Gesichert ist, dass die Wölfe die Wälder und Bergtäler des Apennin erneut in Besitz genommen haben. Laut den Experten der Universität von Pavia, die mithilfe von infrarotgesteuerten Fotofallen ein Wolfsbeobachtungsprojekt betreiben, werden die Berggegenden der vier Provinzen Pavia, Alessandria, Genua und Piacenza von rund 50 Wölfen bevölkert. Die Wölfe, die Rudel von vier bis fünf Tieren bilden, werden sich laut den Wolfsexperten in den nächsten Jahren weiter vermehren.

Das stimmt auch mit den Beobachtungen der Bergbewohner überein. Von ihnen werden immer öfter Sichtungen von Wölfen gemeldet, die in der Nähe der bewohnten Siedlungen herumstreifen. Einige Male wurden von den Bewohnern Angriffe auf Herden und Hühnerställe verhindert. Andere Male hatten die Wölfe mehr Glück. Die Art des Angriffs, die Verletzungen der Weidetiere und die auf der dünnen Schneedecke hinterlassenen Fußspuren ließen keinen Zweifel über die Urheber der Attacken zu.

APA/APA (dpa/Symbolbild)/Klaus-Dietmar Gabbert

Die Meinung der Bergbewohner ist einhellig. Während man noch bis vor wenigen Jahren die Wölfe an einer Hand abzählen konnte, sind es heute viel mehr. Früher blieben die großen Raubtiere auch in ihren Wäldern und zogen es vor, die Nähe des Menschen und sogar die Weiden zu meiden. Heute hingegen suchen besonders im Winter die Wölfe in der Nähe der Siedlungen nach Beute. Inzwischen kann es sogar vorkommen, dass Wölfe bis in der Ebene hinuntersteigen.

Wie im Trentino und in anderen Gegenden des Alpenraums beginnt, die Stimmung zu kippen. Immer mehr Menschen, die von der Viehwirtschaft leben, fordern Maßnahmen, den Wolfsbestand zu reduzieren.

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