Von: Ivd
Brixen – Ein erschreckendes Bild bot sich den freiwilligen Helfern im Auwaldgebiet, als sie am Wochenende erneut zur Reinigungsaktion nahe der Industriezone Brixen-Süd ausrückten. Mehr als 210 Kilogramm Müll wurden von den Umweltschutzorganisationen Artenschutzzentrum St. Georgen, Team Auwald und WWF aufgesammelt. Die Fläche entlang der Alfred-Ammon-Straße, in deren Umgebung häufig Lkw und Transporter parken, war besonders stark vermüllt.
„Jedes Jahr das gleiche Bild: Unser Auwald wird zum wilden Müllabladeplatz“, erklärten die Initiatoren der Putzaktion, die heuer bereits zum sechsten Mal stattfand. Besonders kritisieren sie die fehlende Beschilderung und mangelnde Kontrollen durch die Behörden. Dank der Unterstützung des städtischen Dienstleistungsunternehmens ASM Brixen konnte der gesammelte Müll fachgerecht entsorgt werden. Dessen Leiter für Umweltmanagement, Michele Bellucco, bestätigte das enorme Aufkommen an Abfällen.
Schutz der Tierwelt
Die freiwilligen Helfer legten bei ihrer Aufräumaktion größten Wert darauf, die Tierwelt nicht zu stören. „Gerade jetzt beginnt die Brutzeit“, betonten die Umweltschützer. Auf den hohen Fichten des Auwaldes errichten derzeit Graureiher ihre Nester, während zahlreiche Spechtarten und andere Vögel mit ihrem Ruf das naturnahe Gebiet beleben. Die Artenvielfalt dieses Gebiets ist beeindruckend: Laut der Umweltgruppe Eisacktal wurden dort 64 Vogelarten, 39 Insektenarten sowie verschiedene Reptilien- und Pilzarten nachgewiesen.
Trotz seiner einzigartigen Biodiversität steht das Auwaldgebiet bereits seit 2019 unter Druck. Ein Bauprojekt der Firma Progress und der Stadt Brixen sieht an dieser Stelle eine neue Industriehalle mit Parkplätzen vor. Um das letzte naturnahe Waldstück in der Talsohle von Brixen zu retten, starteten Umweltverbände eine Petition, die bereits von mehr als viertausend Menschen unterzeichnet wurde. „Angesichts der großen Bedeutung dieses Lebensraums für den Naturschutz hoffen wir, dass eine alternative Fläche für die Industrieerweiterung gefunden wird“, so die Umweltschützer abschließend.
Aktuell sind 6 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen