Benedikter empört über Hauptgewinn bei Weihnachtslotterie

“Alles, nur kein Porsche”

Montag, 06. Dezember 2021 | 12:14 Uhr

Von: mk

Bozen – Rudi Benedikter, der Präsident der Wirtschaftskommission im Bozner Gemeinderat, zeigt sich darüber empört, dass der Hauptgewinn der Weihnachtslotterie in Bozen möglicherweise ein Porsche sein könnte.

Wenn als Hauptgewinn dieser Weihnachtslotterie ein Porsche „Macan“ vorgesehen ist, dann sei das schlichtweg ein Skandal, erklärt Benedikter in einem Schreiben an die zuständige Stadträtin. Der Preis sei einer prämierten Klimagemeinde „Gold“ unwürdig und stehe in krassem Kontrast zu den grünen Zielen des Regierungsprogrammes.

Bevor seine Kommission am 18. Oktober dem Vorschlag für einen Beitrag von 100.000 Euro für das WeLoveBz-Projekt „Weihnachtslotterie“ einstimmig genehmigte, habe Benedikter die Frage gestellt, welche Gewinne denn in dieser Lotterie vorgesehen seien. „Und ich sagte ‚hoffentlich keine Autos!‘ Die Antwort lautete: ‚ Die Details müssen alle noch organisiert werden‘“, schreibt Benedikter.

Nun scheinen aber Nägel mit Köpfen gemacht worden zu sein. „Dem Klimaschutz, dem Umweltschutz zum Hohn fördert die Gemeinde auf diese Weise eine luftverpestende Protzkarre, unterläuft damit alle unsere Bemühungen, mit gutem Beispiel voranzugehen“, zeigt sich Benedikter entgeistert.

Kritik auch vom Team K

„Welove.bz hat gemeinsam mit der Stadt Bozen, den Wirtschaftsverbänden und dem Verkehrsamt Bozen eine stadtviertelübergreifende Weihnachtslotterie organisiert, die grundsätzlich eine tolle Initiative ist, die es zu unterstützen gilt. Den Organisatoren hat die Gemeinde Bozen einen Beitrag von 100.000 Euro zugewiesen“, erklärt das Team K im Bozner Gemeinderat.

Nicht akzeptabel sei aber die indirekte Finanzierung mit Steuergeldern von klima- und umweltschädlichen Preisen wie Flugtickets oder Autos. „Diese stehen klar im Gegensatz zu den Klima- und Umweltschutzbestreben sowie zu den langjährigen Bemühungen der Stadtverwaltung”, so Matthias Cologna, Team K Gemeinderat in Bozen. Dies geschehe alles, während andere Städte wie Amsterdam sogar Werbung für Fahrzeuge, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, oder Fluggesellschaften, die mit Dumpingpreisen werben, verboten hat.

Das Team K Bozen hat deshalb eine Anfrage eingebracht, um zu heauszufinden, was genau mit dem Beitrag von 100.000 Euro finanziert worden ist und wie es die Gemeinde in Zukunft vermeiden will, klima- und umweltschädliche Initiativen direkt oder indirekt mitzufinanzieren. „Die öffentliche Hand soll nämlich ihrer Rolle gerecht werden und bei der Zuweisung öffentlicher Geldmittel den Rahmen vorgeben und eventuell bei Nichteinhaltung desselben öffentliche Beiträge streichen“, so das Team K.

Bezirk: Bozen