Von: Ivd
Bozen – Gestern trafen sich in Bozen Vorstandsmitglieder und Vorsitzende von Jugendzentren, -treffs und -kulturvereinen Südtirols, um das Ehrenamt im Bereich der offenen Jugendarbeit weiter zu stärken. Initiiert vom Dachverband netz | Offene Jugendarbeit bot die Veranstaltung erstmals ein Format, das gemeindeübergreifenden Austausch und Vernetzung unter den Ehrenamtlichen ermöglicht. So erhielten 31 Teilnehmer aus elf Südtiroler Jugendvereinen neue Impulse, um den Herausforderungen in ihren Vereinen aktiv zu begegnen.
Versicherung, Recht und Finanzen
Ein Programmpunkt des Treffens waren Fachvorträge zu Versicherung, rechtlichen Fragen und finanziellen Neuerungen im Vereinswesen. Jochen Pichler von Assibroker informierte über die verbesserten Versicherungsbedingungen für Haftpflicht und Rechtsschutz, die der Dachverband für seine Mitglieder erreichen konnte. „Die Prämien sind dank der gemeinsamen Versicherung gesunken – und die Offene Jugendarbeit stellt längst kein Versicherungsrisiko mehr dar“, erklärte Pichler.
In juristischen Fragen gab Stephan Vale von der Kanzlei Pobitzer Einblicke, welche Verantwortung Jugendarbeiter bei der Betreuung Minderjähriger tragen. „Ein guter Draht zu den Eltern hilft, klare Grenzen und Verantwortungsbereiche zu schaffen“, empfahl Vale den Teilnehmenden.
Auch in der Vereinsbuchhaltung kommen Neuerungen: Thomas Girotto, Wirtschaftsberater und Experte für den Dritten Sektor, informierte über die Einführung der doppelten Buchhaltung und mögliche Mehrwertsteuerpflichten für Jugendvereine. „Obwohl die doppelte Buchhaltung mehr Aufwand bedeutet, bietet sie Vereinen die Chance, einen umfassenderen Überblick über ihre Finanzen zu erhalten,“ erklärte Girotto.
Stärkung der ehrenamtlichen Arbeit
Für die Teilnehmenden stand neben dem Fachwissen vor allem der Austausch im Mittelpunkt. Das neue Format von netz | Offene Jugendarbeit soll künftig als Plattform dienen, um die Arbeit der Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit weiter zu fördern und ihre Anliegen zusammenzubringen. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass das Ehrenamt in der Jugendförderung eine zentrale Rolle einnimmt und durch gegenseitige Unterstützung weiterwachsen kann.