Von: luk
Bozen – “Der Autoverkehr in Südtirol nimmt seit Jahren zu und beeinträchtigt zunehmend die Lebensqualität der Bevölkerung. Nur rund sieben Prozent der Touristen reisen aktuell mit dem Zug an, während der Großteil mit dem Auto, Bus oder Flugzeug kommt.” Die Umweltschutzgruppe Vinschgau fordert nun eine nachhaltige Wende im Tourismusverkehr.
Die Lösung liegt für die Umweltschützer auf der Hand: Die Zuganreise muss attraktiver werden. Beispiele wie die direkte Railjet-Verbindung von Wien nach Bozen, die bereits 2019 umgesetzt wurde, zeigten, dass Verbesserungen mit überschaubarem Aufwand möglich sind. Die Umweltschutzgruppe schlägt daher tägliche Direktverbindungen von München nach Meran sowie von Verona nach Innichen vor. “Solche Hubs ermöglichen bequeme Umstiege und könnten die Zahl der Bahnreisenden erheblich steigern.”
Auch der Ausbau der Nachtzugverbindungen wird als entscheidend angesehen. Derzeit klaffe eine Lücke zwischen Innsbruck und Verona, während viele andere europäische Regionen bereits von gut ausgebauten Nachtzugverbindungen profitieren. Verbindungen wie München – Verona oder Hamburg – Bozen fehlten derzeit völlig”, so die Umweltschutzgruppe.
“Die Zahlen belegen das Potenzial: Meran und das Burggrafenamt verzeichneten 2023 über sieben Millionen Übernachtungen, rund 70 Prozent der Gäste kamen aus Deutschland. Würden nur 25 Prozent der Touristen auf den Zug umsteigen, könnte das Verkehrschaos in Südtirol erheblich reduziert werden. Ein weiteres zentrales Anliegen ist der zweigleisige Ausbau der Strecke Meran – Bozen, die bereits stark frequentiert wird. Pendlerparkplätze, effiziente Zubringerdienste zu abgelegenen Bahnhöfen und organisierte Hoteltransfers könnten die Nutzung der Bahn zusätzlich erleichtern”, heißt es weiter.
Kritisiert wird zudem der Zustand vieler Bahnhöfe in Südtirol. Sie seien oft wenig einladend und entsprächen nicht den Standards moderner Mobilitätsknotenpunkte. Österreich zeige mit seiner Bahnhofsinitiative, dass Investitionen in Rolltreppen, Lifte, Fahrradunterstände und Taxi-Dienste wesentlich zur Attraktivität des Bahnverkehrs beitragen können.
Die Umweltschutzgruppe fordert die Politik auf, keine Maßnahmen mehr zu setzen, die den Autoverkehr begünstigen. Stattdessen müsse gezielt in ein leistungsfähiges, attraktives Bahnsystem investiert werden, um eine echte Alternative zum Individualverkehr zu schaffen. Die Bevölkerung und die Entscheidungsträger seien nun gefragt, den Wandel aktiv mitzugestalten.
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