Vollversammlung des Landesverbandes der Sozialberufe

Ein Appell an die Politik für Klarheit und Transparenz

Montag, 31. März 2025 | 11:31 Uhr

Von: mk

Bozen – Ein zentrales Anliegen ist die Schaffung klarer Rahmenbedingungen. Die Vielzahl an Berufsbildern, Regelungen und Anforderungen, die die Sozialberufe betreffen sind verwirrend. Es fehlt an nahtlosen Übergängen zwischen verschiedenen Sozialleistungssystemen. So lautete der Grundtenor bei der Vollversammlung des Landesverbandes der Sozialberufe am 28. März.

Hier seien politische Weichenstellungen gefragt, um ein einheitliches und transparentes Regelwerk zu schaffen. Nur so könnten Fachkräfte sich auf das Wesentliche konzentrieren: die Unterstützung der Menschen in Not.

In Anbetracht der Tatsache, dass das Verhandeln des Bereichsvertrages nur schleppend vorangeht und immer wieder neue Berufsbilder ins Spiel gebracht werden, sei es von großer Bedeutung, dass man als Landesverband gemeinsam eine klare Position beziehe, hieß es bei der Vollversammlung weiter.

Aktuell wird die Arbeitsreduzierung von 38 auf 36 Wochenstunden verhandelt: Im Landesgesundheitsdienstes wurde die wöchentliche Arbeitszeit wird von 38 auf 36 Stunden gesenkt – ohne Gehaltskürzung, und zwar ab 1. Juli 2025.

Mit dieser Maßnahme werde jedoch auch die Notwendigkeit geschaffen, zusätzliche Mitarbeiter zu rekrutieren. Um neue Mitarbeiter zu gewinnen, sei es wichtig, attraktive Arbeitsangebote zu formulieren. Dazu gehören nicht nur die reduzierten Arbeitsstunden, sondern auch flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit und geregelte Schichtpläne. Zudem müsse eine umfassende Einarbeitung und Fortbildung angeboten werden, um eine hohe Qualität der Pflege sicherzustellen und den Mitarbeitenden berufliche Perspektiven zu bieten.

Immer wieder neue Berufsbilder im Sozialbereich

Die Arbeitgeber im Sozialbereich haben die Politik aufgefordert, aktiv zu werden, um mehr Arbeitskräfte für diesen wichtigen Sektor zu gewinnen. In der aktuellen Diskussion werden neue Ausbildungswege zur Umschulung eingefordert und der Ruf nach niederschwelligen Berufsbildern wird immer lauter.

Ein zentrales Problem, das angegangen werden müsse, sei die bestehende Verwirrung in Bezug auf die Berufsbilder und deren Kompetenzen. „Will man mit der Sozialen Hilfskraft und abgestuften Ausbildungen einen niederschwelligen Zugang zu Betreuung und Pflege schaffen, mit dem auch weitere Bildungs- und Entwicklungswege offen sind? Oder will man den Fachkräften in der Betreuung und Pflege Tätigkeiten abnehmen, die hoch standardisierbar sind, keinen großen Ermessensspielraum abdecken und daher auch kein fundiertes Pflegewissen erfordern? Oder will man billige Arbeitskräfte, die als Allrounderinnen überall einsetzbar sind und die Grundpflege übernehmen, damit die Fachkräfte nur mehr Behandlungspflege machen?“, hieß es auf der Vollversammlung.

Diese Unklarheiten würden nicht nur die Integration von neuen Fachkräften erschweren, sondern auch die Attraktivität der Sozialberufe insgesamt mindern. Aktuell wird auch Berufsbild des Pflegehelfers/der Pflegehelferin überarbeitet, was laut den Vertretern des Verbandes einen Schritt in die richtige Richtung darstellt. Man stehe vor der Einführung des Berufsbildes “Assistente infermieristico” im sanitären Bereich.

„Hier sind klare Regelungen und eine transparente Kommunikation gefragt, um einen reibungslosen Übergang und eine eindeutige Zuordnung der Berufsfelder zu gewährleisten“, fordert der Landesverband. Verlangt wird „dringend Klarheit in dieser vielfach unübersichtlichen Situation“.

Es gelte, ein einheitliches und verständliches System zu etablieren, das sowohl den Bedürfnissen der Arbeitgeber als auch den Anforderungen und Erwartungen der zukünftigen Fachkräfte gerecht werde. „Nur so können wir gewährleisten, dass die Sozialberufe auch in Zukunft optimal besetzt sind und die Qualität der Betreuung und Pflege auf hohem Niveau bleibt“, so der Landesverband.

Um die Herausforderungen im Sozialbereich erfolgreich zu meistern, seien klare Rahmenbedingungen und ein konsequentes Handeln der Politik notwendig.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen