Von: luk
Kaltern – Die Gemeindeverwaltung von Kaltern hält an ihren Plänen zur Errichtung von Speicherbecken in den Wäldern von Altenburg und Montiggl fest. In der jüngsten Gemeinderatssitzung lehnte die regierende Mehrheit unter Führung der Südtiroler Volkspartei (SVP) einen Antrag der Dorfliste Kaltern ab, der eine Rücknahme der bisherigen Entscheidungen forderte.
Kritik der Opposition
Die Oppositionsfraktion kritisiert, dass die Gemeindeverwaltung bereits im April 2023 die Projekte des Konsortiums zur landwirtschaftlichen Bodenverbesserung genehmigt habe – ohne öffentliche Diskussion. Zudem wurden Verfahren zur Änderung des Landschaftsschutzplans und des Bauleitplans eingeleitet, um den Bau der Wasserbecken in den Wäldern von Altenburg und Montiggl zu ermöglichen.
Gemeinderat Walter Morandell (Dorfliste) betonte: „Es kann nicht sein, dass diese Beschlüsse über die aktuelle Amtszeit des Gemeinderats hinaus gültig bleiben.“ Die Opposition beantragte zudem, dass im Gemeindewald keine künstlichen Wasserbecken errichtet werden dürfen – dieser Antrag wurde ebenfalls abgelehnt.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die finanzielle Unterstützung des Projekts durch die Gemeinde. So wurde dem Konsortium ein Zuschuss von 200.000 Euro für die Entwicklung der Wasserbecken-Projekte gewährt. Diese Mittel seien laut Gemeinde für Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung vorgesehen. Morandell äußerte dazu: „Wenn die Gemeinde so viel Geld für die Planung bereitstellt, darf das Ergebnis nicht die Zerstörung eines wertvollen Waldes sein.“
Proteste angekündigt
Für Samstag, den 8. März, haben mehrere Umweltorganisationen eine Protestkundgebung vor dem Rathaus von Kaltern angekündigt. Die Dorfliste ruft die Bevölkerung von Kaltern sowie die umliegenden Gemeinden im Überetsch und Unterland zur Teilnahme auf.
„Die Gemeinde hatte eine öffentliche Debatte mit den Bürgern versprochen, doch bisher wurde diese Möglichkeit nicht geschaffen,“ so die Kritik der Dorfliste. Die Veranstaltung soll Bürgerinnen und Bürgern eine Gelegenheit geben, ihre Meinung zum Projekt kundzutun.
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