Kiew wurde wieder Ziel von russischen Luftangriffen

Wieder schwere russische Raketenangriffe auf Kiew

Donnerstag, 17. September 2026 | 12:31 Uhr

Von: importer

Russland hat nach einigen Nächten Pause die Ukraine wieder mit ballistischen Raketen angegriffen. Gegen Kiew wurden in der Nacht auf Donnerstag bis zu sechs umfunktionierte Anti-Schiffs-Raketen vom Typ Zirkon eingesetzt. Mindestens 18 Menschen wurden verletzt, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko auf der Plattform Telegram, unter ihnen auch zwei Kinder. Bei einem russischen Drohnenangriff im Schwarzen Meer starb nach ukrainischen Angaben der Kapitän eines zivilen Schiffes.

Schwere Explosionen waren in der ukrainischen Hauptstadt zu hören. Klitschko zufolge gab es Schäden unter anderem an Bürogebäuden, einem Lager und mehreren Wohnhäusern in Kiew. In mehreren Stadtteilen gab es demnach infolge des Angriffs Probleme mit dem Wasserdruck. Bei einem erneuten Drohneneinschlag sei es zu einem Brand an einem Verwaltungsgebäude gekommen, schrieb Klitschko am Donnerstag.

Bei einem russischen Drohnenangriff im Schwarzen Meer wurde laut einer Mitteilung des Transportministeriums der Kapitän getötet und drei weitere Besatzungsmitglieder verletzt. Das Schiff sei unter der Flagge Tansanias gefahren. Der technische Schiffszustand werde derzeit untersucht. Zur Ladung und zum Ziel der Fahrt machte das Ministerium keine Angaben.

Auch die Großstädte Dnipro und Saporischschja im Süden wurden nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit ballistischen Raketen angegriffen. In der Hafenstadt Odessa wurden drei Menschen verletzt. Ein 19-stöckiges Wohnhaus sei getroffen worden, teilen die Behörden mit. Unter den Verletzten sei auch ein Kind.

Gegenseitige Angriffe auf Energie-Infrastruktur

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb in sozialen Medien von einem russischen Angriff mit ballistischen Raketen, Raketen anderen Typs und Drohnen. Einmal mehr sei die zivile Infrastruktur angegriffen worden. In den Gebieten Sumy und Odessa sei Energieinfrastruktur beschädigt worden, in Kiew und Odessa Wohnhäuser. Selenskyj berichtete von mehr als zehn Verletzten, aus acht Regionen seien Schäden gemeldet worden.

Ihrerseits griff die Ukraine laut Berichten von Telegramkanälen Ziele in Russland mit Kampfdrohnen an. Dazu zählten die Stadt Rostow im Süden des Landes sowie die Stadt Jaroslaw nordöstlich von Moskau. Mehrere russische Flughäfen mussten den Betrieb zeitweise einschränken, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilte.

Russische Ölraffinerie getroffen

Der Gouverneur des Gebiets Jaroslawl, Michail Jewrajew, teilte bei Telegram mit, dass es Schäden an einer Ölraffinerie gebe und ein Feuer ausgebrochen sei, das aber gelöscht worden sei. Er sprach von einem großen Angriff, bei dem 65 Drohnen abgewehrt worden seien. Tote oder Verletzte gibt es demnach nicht.

Das genaue Ausmaß der Schäden an der Raffinerie in Jaroslawl, die rund 250 Kilometer nordöstlich von Moskau liegt, war zunächst unklar. Die Anlage gehört dem Unternehmen Slavneft, das gemeinsam von Rosneft und Gazprom Neft kontrolliert wird. Sie verfügt über eine Verarbeitungskapazität von 300.000 Barrel Rohöl pro Tag. Die Anlage war bereits wiederholt Ziel ukrainischer Drohnenattacken. Nach einem Angriff am 28. August musste die Verarbeitung an zwei von drei Destillationsanlagen vorübergehend eingestellt werden. Neben dem Angriff in Jaroslawl meldeten die Behörden auch einen Brand auf einem Industriegelände der südrussischen Region Krasnodar nach dem Absturz von Trümmern abgeschossener Drohnen.

Der Gouverneur des Gebiets Rostow, Juri Sljussar, schrieb bei Telegram von einem massiven Luftangriff. Ein Feuer sei ausgebrochen, aber gelöscht worden, schrieb er, ohne Details zu nennen. In mehreren Teilen der Gebietshauptstadt sei die Stromversorgung unterbrochen worden, es gebe auch Schäden an Wohnhäusern durch herabgestürzte Drohnentrümmer.

Die gegenseitigen Angriffe erfolgen ungeachtet einer am Montag von US-Präsident Donald Trump verkündeten Feuerpause, die angeblich für Energieanlagen in beiden Ländern gelten soll. Eine Bestätigung für eine solche Vereinbarung gibt es jedoch weder von der Ukraine noch von Russland. Trump hatte zudem am Sonntag an Selenskyj appelliert, Angriffe auf die russische Diesel-Infrastruktur einzustellen, da sie einen weltweiten Kraftstoffmangel verursachten und dadurch der Weltwirtschaft schadeten. Die Lage in Nahost durch den von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran, der die Ölpreise in die Höhe getrieben hat, sei nicht dafür verantwortlich.

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