Vom Welpen zum Lebensretter

Die Ausbildung der Rettungshunde im Vinschgau

Sonntag, 06. April 2025 | 00:01 Uhr

Von: First Avenue

Latsch – Wenn ein Mensch vermisst wird, zählt jede Minute. In solchen Momenten können speziell ausgebildete Rettungshunde Leben retten. Die ehrenamtliche Rettungshundestaffel „Such- und Rettungshunde Vinschgau EO“ besteht nun seit 2020, ist Mitglied im Landesverband der Rettungshundestaffel Südtirol und verfolgt das Ziel, mit ihren Mantrailing-Hunden Vermisste aufzuspüren. Doch wie wird ein Hund zum einsatzfähigen Suchhund?

Eine Ausbildung, die Geduld und Teamarbeit erfordert

Bis ein Hund und sein Hundeführer als Team bei einem Realeinsatz dabei sein können, vergeht viel Zeit. Die Ausbildung dauert in der Regel zwei bis drei Jahre und erfordert konsequentes Training, Geduld und eine enge Bindung zwischen Mensch und Tier. „Jeder Hund bringt seine eigenen Stärken und Schwächen mit. Die Herausforderung besteht darin, ein Team zu formen, das sich im Ernstfall aufeinander verlassen kann“, erklärt die Trainerin der Staffel.

Mantrailing basiert darauf, dass Hunde den individuellen Geruch einer Person verfolgen – unabhängig von Bodenverletzungen oder äußeren Störungen. Dies ermöglicht es ihnen, auch in bebauten Gebieten oder Städten effizient zu arbeiten. Damit ein Hund erfolgreich suchen kann, muss er lernen, sich nur auf die Geruchsspur zu konzentrieren. Optische Reize oder andere Ablenkungen dürfen ihn nicht stören.

Erfahrung durch Praxis

Der Trainingsalltag ist abwechslungsreich und realitätsnah gestaltet. „Wir legen besonderen Wert auf Training in einsatzähnlichen Situationen. Nur so können sich Hund und Hundeführer an verschiedene Umgebungen und Herausforderungen gewöhnen“, berichtet die Ausbilderin. Trainiert wird in Wäldern, Städten, Industriegebieten und bei jeder Wetterlage.

Ein entscheidender Bestandteil der Ausbildung ist auch der richtige Umgang mit dem Geruchsgegenstand – einem Gegenstand, den die vermisste Person berührt hat. Dieser muss sorgfältig behandelt werden, damit der Hund keine falschen Geruch aufnimmt. Auch muss der Hundeführer die Geruchsverteilung verstehen lernen und wie der Hund den Geruch in den verschiedensten Situationen arbeitet. Diese Aufgabe verlangt viel Fingerspitzengefühl und lässt sich nur durch viel Übung und schliesslich viel Erfahrung meistern.

Von der ersten Spur zum ersten Einsatz

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Ausbildung in unserem Verein ist die Geschichte von Andi und seiner Border-Collie-Hündin Coco. Vor drei Jahren kam Andi mit der damals neun Wochen alten Coco zur Staffel. Die anfangs zurückhaltende Hündin entdeckte schnell ihre Begeisterung für die Sucharbeit. Schritt für Schritt wuchsen Andi und Coco zu einem starken Team zusammen, meisterten zahlreiche Trainingssituationen und entwickelten das gegenseitige Vertrauen, das für den Einsatz entscheidend ist. Heute sind die beiden ein geprüftes Einsatzteam und bereit, in Ernstfällen zu helfen.

„In der Ausbildung gibt es auch immer wieder mal Rückschläge und Fehler, aus denen man aber lernt und durch diese man erst die Erfahrungen sammelt. Das Wichtigste ist deshalb, dass Hund und Hundeführer nie den Spaß an der Arbeit verlieren. Nur mit Freude und Motivation kann ein Hund sein volles Potenzial entfalten“, betont die Staffel.

Ehrenamtliche Arbeit, die Unterstützung braucht

Die Such- und Rettungshunde Vinschgau arbeiten ehrenamtlich und sind auf Unterstützung angewiesen – sei es durch Spenden, Trainingsmöglichkeiten oder Freiwillige, die als Versteckpersonen bei Übungen helfen. Doch trotz aller Herausforderungen ist für die Mitglieder klar: Die Arbeit mit den Hunden ist nicht nur ein Hobby, sondern eine wertvolle Aufgabe, die Leben retten kann.

Die Such- und Rettungshunde Vinschgau EO dankt allen, die bisher Unterstützung geleistet haben, sei es durch Spenden, Zuwendung der 5 Promille, Bereitstellung von Trainingsgeländen oder als Versteckpersonen bei Übungen, sowie der eigenen Gruppe für Ihr Durchhaltevermögen und den Fleiß. Wir freuen uns darauf, auch weiterhin die Gemeinschaft im Vinschgau zu unterstützen und mit unseren Hunden dort Hilfe zu leisten, wo sie gebraucht wird.

Kontakt für weitere Informationen:
Such- und Rettungshunde Vinschgau EO Schloßstraße 58 I-39021 Goldrain (BZ)
Steuernummer: 91066740217 Tel.: +39 334 3627995
info@such-rettungshunde-vinschgau.it
www.such-rettungshunde-vinschgau.it
Südtiroler Volksbank AG, IBAN: IT50 F058 5658 9200 4757 1451 262, BIC: BPAAIT2B047

Foto: © Rettungshunde Vinschgau

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