Von: apa
Cornelia Hütter hat das Speed-Triple in Kvitfjell mit ihrem neunten Weltcup-Sieg eröffnet. Die Steirerin konterte der WM-Enttäuschung am Freitag erfolgreich und setzte sich in Norwegen in der ersten von zwei Abfahrten vor der jungen Deutschen Emma Aicher (+0,15 Sek.) und US-Weltmeisterin Breezy Johnson (+0,40) durch. Dahinter folgten drei von Sofia Goggia (+0,44) angeführte Italienerinnen. Hütter verkürzte den Rückstand im Abfahrtsweltcup auf Federica Brignone auf 26 Punkte.
Am Samstag (10.30/ORF 1) ist eine weitere Abfahrt geplant, danach stehen noch zwei weitere Rennen (La Thuile, Sun Valley) in dieser Disziplin im Kalender. “Es war am Limit. Gewisse Passagen habe ich echt gut getroffen. Der Mittelteil war nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Aber im Großen und Ganzen war es schon richtig gut”, erklärte Hütter freudestrahlend im Ziel nach dem geglückten “Reset”, wie sie sagte.
Die “Selbstverständlichkeit am Start” sei zurück. In Kvitfjell in der Nähe von Lillehammer war sie bereits zuvor zweimal am Super-G-Podest (1./2023, 2./2024) gelandet, als Zweite des Abschlusstrainings hatte sie bereits Lust auf mehr bekundet. “Es gab viele Puzzleteile, die sich leichter zusammenfügen haben lassen als in den nächsten Wochen. Diesen Flow und Schwung will ich mitnehmen”, sagte Hütter.
Puchner und Venier geschlagen
Vizeweltmeisterin Mirjam Puchner (11./+1,02) geriet mit einem Fehler in den Gleitkurven im oberen Teil früh ins Hintertreffen. “Ich hatte nicht so den Trieb, es hat mich nicht angeschoben, es war sehr fehlerhaft. Ich muss es gut analysieren und morgen wieder angreifen.”
Stephanie Venier (26./+1,88) war augenscheinlich nicht ganz fit. Die Super-G-Weltmeisterin hatte das Abschlusstraining am Vortag wegen Angina-Symptomen ausgelassen. “Ich bin gesund, habe nichts riskiert und es war ein gutes Training. Man darf nicht vergessen, wie ich gestern hergestanden bin.” Sie hoffte auf mehr Körperspannung am Samstag und will nach Antibiotika-Einnahme spätestens am Super-G-Sonntag “wieder voll fit sein”.
Weltcup-Punkte holten auch Ariane Rädler (18.), Nadine Fest (25.) und Christina Ager (28.). Die junge ÖSV-Garde fuhr an den Top 30 vorbei. Weltcup-Debütantin Carmen Spielberger aus Kärnten überstand eine Schrecksekunde ohne Sturz.
Zitterpartie
Brignone zeigte bei Sonnenschein auf der Olympia-Männerstrecke von 1994 eine blitzsaubere Fahrt. Hütter nahm der formstarken Italienerin aber noch einmal eine halbe Sekunde ab. Sie ballte nach dem erfolgreichen Tiefflug im Ziel die Faust. Tatsächlich bissen sich danach reihenweise die Abfahrtskapazunder die Zähne an der Zeit der Steirerin aus. Bei Goggia, Johnson und Aicher aber hieß es für Hütter zittern. Die italienische Risiko-Pilotin bog mit nur zwei Zehntel Rückstand in den Zielschuss ab, büßte da aber noch zwei Zehntel ein. Johnson ließ die Skier unbeeindruckt von Patzern laufen und schwang zunächst auf der 2 ab.
Mit der 27 kam noch die 21-jährige Allrounderin Aicher, deren erster Weltcup-Podestplatz sich mit schnellen Teilzeiten bereits angekündigt hatte. “Es hat mich schon ein bisschen überrascht. Es ist sehr cool, dass es geklappt hat.” Brignone baute die Gesamtführung auch mit Platz fünf aus, weil die erste Verfolgerin Lara Gut-Behrami (SUI) außerhalb der Top Ten landete. Sie liegt nun 213 Punkte voran.
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