Von: apa
Die Ära von Thomas Müller beim FC Bayern München geht im Sommer zu Ende. Sein mit Saisonende auslaufender Vertrag wird nicht mehr verlängert. Das gab der 35-Jährige, der seit seiner Jugend für die Bayern spielt, am Samstagvormittag in den sozialen Netzwerken bekannt. Mit den Münchnern gewann der Offensivmann bisher unter anderem zwölf deutsche Meisterschaften sowie 2013 und 2020 die Champions League. In den vergangenen Jahren hatte er kein Stammleiberl mehr.
Der Weltmeister von 2014 hat für den deutschen Tabellenführer in dieser Saison erst ein Ligator erzielt. Meist kam er nicht über die Rolle als “Joker” hinaus. “Auch nach all den Jahren habe ich, ungeachtet meiner Spielminuten, immer noch sehr viel Spaß, mit den Jungs zusammen auf dem Platz zu stehen und gemeinsam für unsere Farben um Titel zu kämpfen”, schrieb Müller in einem offenen Brief an die Bayern-Fans.
Die Rolle hätte er sich auch für die kommende Saison gut vorstellen können. Der Verein habe sich jedoch bewusst dazu entschieden, keinen neuen Vertrag mit ihm zu verhandeln. “Auch wenn dies nicht meinen persönlichen Wünschen entsprach, ist es wichtig, dass der Verein seinen Überzeugungen folgt”, betonte Müller. Er empfinde eine “tiefe Freude, 25 unglaublich intensive Jahre für meinen Herzensverein aufgelaufen zu sein”.
“Einen wie ihn wird es nie wieder geben”
Müller war 2000 im Alter von zehn Jahren vom TSV Pähl in die Jugendabteilung des deutschen Rekordmeisters gewechselt. Schon in seinem Kinderzimmer hingen die Bayern-Poster. Mit 743 Pflichtpartien ist er mittlerweile Rekordspieler des Clubs. “Niemand gewann mehr deutsche Meisterschaften, und bisher 33 Titel sprechen Bände. Er reiht sich in die Riege der herausragendsten Persönlichkeiten des FC Bayern ein”, meinte Präsident Herbert Hainer.
Am Ende hätten Gründe der Kaderplanung den Ausschlag für die Trennung ergeben, erklärte Sportdirektor Christoph Freund. “Diese Entscheidung war extrem schwer, das kann jeder nachvollziehen”, meinte der Salzburger. “Einen wie ihn wird es nie wieder geben, keine Frage, und er hat den FC Bayern von klein auf verinnerlicht.” Konrad Laimer ist seit zwei Jahren sein Teamkollege. Der Vertrag des ÖFB-Teamspielers läuft vorerst bis 2027, könnte laut jüngsten Medienberichten aber vorzeitig verlängert werden.
Müller träumt vom “Finale Dahoam” als Krönung
Wo Müller seine Karriere fortsetzt, ist offen. Zuletzt war unter anderem über ein mögliches Engagement in den USA spekuliert worden, wo der Routinier laut Vereinsangaben bei der Club-WM im Sommer auch seine Abschiedsvorstellung im Bayern-Dress geben wird. Vorerst gelte sein voller Fokus den verbliebenen Saisonzielen, erklärte Müller. “Es wäre ein Traum für mich, die Meisterschale wieder nach Hause zu holen und Ende Mai das ersehnte Finale Dahoam zu erreichen.” Jenes in der Champions League nämlich.
In dieser treffen die Bayern am Dienstag (21.00 Uhr/live Sky) im Viertelfinal-Hinspiel auf Inter Mailand. Sie müssen dabei auf ihren Offensivstar Jamal Musiala verzichten. Der 22-Jährige zog sich am Freitag beim 3:1-Ligasieg in Augsburg einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zu und muss bis weit in den Mai hinein pausieren. Müller könnte in den entscheidenden Wochen seiner Abschiedssaison also noch einmal gefordert sein. In Augsburg wurde das Urgestein in der 54. Minute für Musiala eingewechselt. “Ich glaube, Thomas hat noch ein bisschen was im Köcher”, meinte sein langjähriger Teamgefährte Joshua Kimmich.
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