Von: luk
Rom – Rund einen Monat vor seinem geplanten Comeback hat sich Südtirols Tennisstar Jannik Sinner in einem Interview mit Sky Sport erstmals ausführlich zu seiner Sperre geäußert. Der 22-jährige Sextner, aktuell noch die Nummer eins der Tenniswelt, spricht offen über die Belastungen der vergangenen Wochen und warum er sich trotz Bedenken auf einen Vergleich mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) eingelassen hat.
„Als die Sperre in Doha kam, habe ich mich zerbrechlich gefühlt. Aber die Menschen in meinem Umfeld haben mir geholfen, wieder auf die Beine zu kommen“, sagt Sinner. Er sei in dieser Phase auch mit weiteren Herausforderungen konfrontiert gewesen, die über die sportliche Strafe hinausgingen: „Es sind noch andere schwierige Dinge passiert, aber jetzt bin ich wieder da. Und ich freue mich riesig auf meine Rückkehr.“
Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt: Wegen eines positiven Tests auf die verbotene Substanz Clostebol war Sinner vorübergehend gesperrt worden. Bekanntlich war sie über die Hände eines Physiotherapeuten unwissentlich in seinen Körper gelangt. Im Einvernehmen mit der WADA entschied sich der Tennisprofi für eine verkürzte Sperre auf dem Vergleichsweg. „Ich war nicht hundertprozentig einverstanden“, gesteht er, „aber manchmal muss man das kleinere Übel wählen. Auch wenn es sich nicht fair anfühlt, hätte es schlimmer kommen können.“
Sportlich sei Sinner während der Pause keineswegs untätig geblieben. Statt Matches zu verfolgen – „Ich habe fast kein Tennis geschaut“ – nutzte er die Zeit für gezieltes Training: „Ich habe an den Dingen gearbeitet, mit denen ich bisher zu kämpfen hatte, besonders auf schwierigeren Belägen.“ Nun fühle er sich körperlich wie mental täglich stärker.
Mit Blick auf die kommende Sandplatzsaison bleibt Sinner realistisch: „Carlos (Alcaraz) ist dort der Favorit, auch Sasha (Zverev) ist stark.“ Dass er selbst bei seiner Rückkehr noch an der Spitze der Weltrangliste stehen könnte, sei zwar schön, aber für ihn nicht entscheidend: „Ob ich als Nummer 1, 2 oder 3 zurückkomme, macht letztlich keinen großen Unterschied. Jede Partie ist eine neue Herausforderung.“
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