Fundstücke kehren nach Südtirol zurück

Jahrtausende alt: Spektakulärer Dachbodenfund

Mittwoch, 02. April 2025 | 09:49 Uhr

Von: Ivd

Bozen/Venedig – Die Carabinieri-Einheit für den Schutz von Kulturgütern (TPC) in Venedig hat heute acht wertvolle archäologische Artefakte an die Landesdenkmalbehörde in Bozen übergeben. Die Stücke stammen aus der etruskischen Kultur und sind zwischen dem elften und sechsten Jahrhundert vor Christus datiert.

Die spektakuläre Entdeckung erfolgte im März 2024 im Rahmen einer Routineinspektion der Südtiroler Denkmalbehörde. Die Ermittler stießen auf die Fundstücke in einer Dachbodenkammer eines Bozner Anwesens, das sich in einer Erbauseinandersetzung befand. Nach eingehender Prüfung wurde festgestellt, dass die Artefakte aus illegalen Grabungen in der Region Latium in den 1980-er Jahren stammen und später nach Südtirol gelangten.

Einzigartige Fundstücke

Zu den nun gesicherten Stücken gehören unter anderem ein Bucchero-Keramikbehälter (Tongefäß aus schwarzer Tonerde) mit geometrischen Gravuren aus dem zehnten Jahrhundert vor Christus, ein eleganter schwarzer Bucchero-Kelch aus Vulci aus dem sechsten Jahrhundert vor Christus sowie eine Oinochoe (Ausschenkkanne für Wein) aus grauem Ton mit feinen Kreis- und Strahlenmustern aus dem siebten Jahrhundert vor Christus.

Carabinieri

Die Ermittlungen wurden von der Staatsanwaltschaft Bozen geführt, die im Januar 2025 die Rückübertragung der Artefakte an den Staat anordnete. Dies entspricht der geltenden Gesetzgebung, nach der archäologische Fundstücke automatisch in staatlichen Besitz übergehen. Die Autonome Provinz Bozen besitzt im Rahmen des Autonomiestatuts besondere Befugnisse zur Verwaltung solcher Kulturgüter.

Diebstahl in den 1980-ern

Während der Untersuchung wurde auch die Herkunft der Fundstücke rekonstruiert: Sie waren in den 1980-er Jahren illegal aus Italien ausgeführt und später durch Zwischenhände nach Südtirol gebracht worden. Erst die neuen Eigentümer des Anwesens meldeten die Entdeckung den Behörden, womit der Prozess der Restitution in Gang gesetzt wurde. Die jetzt zurückerhaltenen Fundstücke sollen künftig in einem Museum in Südtirol ausgestellt werden, wo sie wieder Teil der allgemeinen Kulturgeschichte werden.

Zusätzlich zu den echten Artefakten entdeckten die Ermittler vier moderne Reproduktionen archäologischer Fundstücke, darunter eine Kopie einer etruskisch-korinthischen Olpe (Kanne für Salböl) aus dem siebten Jahrhundert vor Christus. Diese Stücke wurden mit dem Vermerk “Nicht authentisch” gekennzeichnet.

Carabinieri

Der Vorfall zeigt, wie wichtig der Schutz archäologischer Kulturgüter ist. Mit ihrer Rückkehr nach Südtirol endet eine jahrzehntelange Odyssee für die antiken Stücke – und ein wertvolles Stück Geschichte wird für künftige Generationen bewahrt.

Bezirk: Bozen

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