Gastspiel des legendären englischen Chorensembles Tenebrae

Licht und Schatten

Mittwoch, 05. September 2018 | 12:24 Uhr

Von: mk

Lana – „Tenebrae“ (Schatten) heißen die „Finstermetten“ der Karwoche, für die Monteverdi, Gesualdo oder Frescobaldi ihre „Lamentationes“ schrieben. Der A-Cappella-Chor Tenebrae aus London, der gerne in Kirchen singt, die nur mit Kerzen beleuchtet sind, erzeugt mit Leidenschaft und einem homogenen Klang den meditativ-mystischen Raum der Tenebrae-Liturgie.

Am 7. September legt er in der Pfarrkirche Niederlana die Spuren der Renaissance-Polyphonie in der Vokalmusik der Romantik frei. Am Anfang des Konzerts stehen Standards aus dem 17. Jahrhundert wie „Versa est in luctum“ von Alonso Lobo, die „Missa ego flos campi“ von Juan Gutiérrez de Padilla und Gregorio Allegris legendäres „Miserere mei, Deus“. Dann springt das Konzert mit Brahms (3 Motteten op. 110, „Fest- und Gedenksprüche“ op. 109) und Bruckner („Ave Maria“, „Virga Jesse“, „Christus factus est“) ins 19. Jahrhundert und endet mit dem „Nachtlied“ aus Max Regers „Acht geistlichen Gesängen“. Mit den Versen „Der Mensch lebt und bestehet / nur eine kleine Zeit“ beginnt die erste Mottete dieser Sammlung. Das galt auch für Reger selbst: Die Korrektur der Druckausgabe war noch nicht abgeschlossen, als der Komponist am 11. Mai 1916 in Leipzig starb. Beginn: 20.30 Uhr.

Die britische Tageszeitung „The Times“ beschrieb den Chor als „phänomenal“, das Magazin „Gramophone“ lobte dessen Klang als „wahnsinnig schön“: Das von Nigel Short geleitete Ensemble gehört heute zu den führenden Vokalensembles der Welt. Der Chor produzierte CD-Aufnahmen für Signum, Decca Classics, die Deutsche Grammophon, EMI Classics, LSO Live und Warner Classics. 2012 erhielt Tenebrae bei den BBC Music Magazine Awards als erstes Ensemble überhaupt mehrere Preisen in der gleichen Kategorie und sicherte sich die Auszeichnung „Best Choral Performance“ für die Einspielung von Tomás Luis de Victorias Requiem aus dem Jahr 1606. Ein Jahr später wurde die Einspielung von Gabriel Faurés Requiem für einen Gramophone-Award nominiert. Der Chefkritiker der „Times” bezeichnete diese Aufnahme als „einen Höhepunkt der englischen Chor-Tradition”. 2014 nahm der Chor eine CD mit russischer orthodoxer Musik auf – und stürmte in Großbritannien damit auf Platz eins der Specialist Classical Charts. 2018 wurde dann das Album „Music of the Spheres” mit mehrstimmigen Liedernvon den Britischen Inseln für einen Grammy-Award nominiert.

Info & Tickets

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