Pikart ist "schlaue Beobachterin gesellschaftspolitischer Schieflagen"

Sonja Pikart erhält den Österreichischen Kabarettpreis 2024

Donnerstag, 01. August 2024 | 17:09 Uhr

Von: apa

Der Österreichische Kabarettpreis 2024 geht an Sonja Pikart. Die aus Aachen stammende Künstlerin darf zusammen mit Berni Wagner und Christoph Fritz bei der Verleihung am 12. November auch den Programmpreis für “Ghöst – Eine Halloweenshow” entgegennehmen, wie in einer Aussendung vom Donnerstag bekanntgegeben wurde. Über den Förderpreis darf sich Christina Kiesler freuen. Der Sonderpreis geht an Wir Staatskünstler.

Pikart ist in der heimischen Kabarettszene “seit Jahren eine wichtige Protagonistin und gewissenhafte sowie schlaue Beobachterin gesellschaftspolitischer Schieflagen und Entwicklungen”, hieß es. Auch in ihrem vierten Soloprogramm “Halb Mensch” seziere sie unser Dasein “bis ins schmerzhafte Detail und legt sich dabei selbst unters Messer”. Pikarts kabarettistische Leistung wurde bereits 2019 von der Jury gewürdigt, damals mit dem Förderpreis.

“Wenn es einer gelingt, das Patriarchat von der Bühne aus zu zerschmettern, wird das Christina Kiesler sein”, begründete die Fachjury die Vergabe des Förderpreises. Für ihr erstes Solo-Kabarett “Nachspielzeit” transportiert die Fußballerin (Verein Dynama Donau) den Zeitrahmen von zwei Halbzeiten mit 15 Minuten Pause auf die Bühne. Auf der Ersatzbank wartet sie darauf, von dem – natürlich männlichen – Trainer ihren Einsatz zu bekommen. Das Setting gibt Raum, um mit dem Publikum ihr Leben und unsere Gesellschaft zu besprechen.

Das seit 2011 bestehende Ensemble Wir Staatskünstler bündele die Qualitäten “von drei der profiliertesten Kabarettisten Österreichs”: Florian Scheuba steht dabei für den investigativ-journalistischen Unterbau, Thomas Maurer für eher hedonistische Zivilisationskritik und Robert Palfrader für schauspielerische Grandezza. Als Fernsehformat entstanden, das sich viele filmische Elemente bewahrt hat, “sprengen ihre Auftritte die klassische Bühnenform”, lautete das Urteil.

Zum Programmpreis (“Ghöst”) hieß es: “Die Fachjury zeichnet damit eine – als Sicherheitsvortrag getarnte – Geisterkomödie aus, gespielt von der vielleicht spannendsten Kabarett-Elitetruppe seit ‘Schlabarett’.” Wer sich im kleinen Alpenland Österreich wundert, was alles möglich ist, bekomme dafür endlich eine Erklärung.

Die heurige Preisverleihung findet im Globe statt, ORF 1 überträgt. Der Fernseh- und Online-Preis wird vom Publikum zwischen 9. und 30. September gewählt.