Von: red
Die Diagnose „Reizdarm“ wird häufig gestellt, wenn Patienten unter Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall leiden, aber keine klare Ursache gefunden wird. Es beschreibt lediglich eine Ansammlung von Symptomen ohne das Erkennen der zugrunde liegenden Ursache. In vielen Fällen wird diese Diagnose vergeben, obwohl parasitäre Infektionen die wahren Auslöser der Beschwerden sein könnten.
Wie Parasiten in den Darm gelangen und was sie verursachen
Parasiten gelangen in den menschlichen Körper durch kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder auch über den Kontakt mit infizierten Tieren. Einmal im Darm, können sie sich dort einnisten und die Verdauung stören, indem sie Nährstoffe aus dem Körper entziehen oder Entzündungen verursachen. Zu den häufigsten parasitären Erregern gehören Giardia lamblia und Entamoeba histolytica, die beide zu ernsthaften Verdauungsstörungen führen können. Diese Infektionen äußern sich häufig durch Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung – Symptome, die oft fälschlicherweise als Reizdarm diagnostiziert werden. Eine Studie, die im Journal of Clinical Gastroenterology veröffentlicht wurde, zeigte, dass bei vielen dieser Patienten, die eigentliche Ursache, eine parasitäre Infektion, nie erkannt wird (Shah et al., 2011).
Gefahren für das Mikrobiom
Gleichgewicht der mikrobiellen Gemeinschaft stören und das Wachstum nützlicher Bakterien hemmen. Diese Dysbiose kann die Integrität der Darmbarriere gefährden, was zu einer verstärkten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut führt (Leaky Gut). Dies wiederum fördert chronische Entzündungsprozesse und belastet das Immunsystem. Langfristig kann eine solche Störung der Mikrobiota nicht nur Verdauungsprobleme verschärfen, sondern auch das Risiko für die Entwicklung anderer chronischer Erkrankungen, einschließlich entzündlicher Darmerkrankungen und metabolischer Störungen, erhöhen. Forschungsarbeiten haben belegt, dass parasitäre Infektionen das mikrobielle Ökosystem des Darms negativ beeinflussen, was die Entwicklung von Symptomen begünstigen kann (Pawlik et al., 2019).
Diagnose und natürliche Behandlung von Parasiten
Parasitäre Infektionen können durch eine Stuhlprobe diagnostiziert werden, bei der gezielt nach Parasiten oder deren Eiern gesucht wird. Einige Tests sind mittlerweile auch für zu Hause erhältlich, sodass man eine Probe selbst entnehmen und an ein Labor senden kann. In einigen Fällen sind auch Bluttests erforderlich, um Antikörper oder andere spezifische Marker nachzuweisen.
Neben der medikamentösen Behandlung, etwa mit Antiparasitika, gibt es auch natürliche Ansätze zur Bekämpfung parasitärer Infektionen. Bestimmte Kräuter wie Wermut, Schwarznuss oder Nelken gelten als natürliche Mittel gegen Parasiten. Zucker sollte gemieden werden, da er das Wachstum der Parasiten begünstigen kann. Darüber hinaus kann eine ballaststoffreiche Ernährung, die probiotische Lebensmittel wie Joghurt und Kefir enthält, das Mikrobiom stärken und das Wachstum gesunder Bakterien fördern. Eine solche Ernährungsweise unterstützt nicht nur die Behandlung von parasitären Infektionen, sondern hilft auch dabei, das Mikrobiom langfristig gesund zu erhalte
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