Online-Petition soll Penkas Schlachtung verhindern – VIDEO

Penka: Illegaler Grenzübertritt einer Kuh verdeutlicht EU-Wahnsinn

Montag, 11. Juni 2018 | 08:00 Uhr

Von: ka

Oltomantsi – Eine bulgarische Kuh, sie wurde auf den Namen Penka getauft, verdeutlicht einmal mehr den ganzen bürokratischen Wahnsinn, in dem die heutige Europäische Union steckt. Die Kuh und ihr bulgarischer Besitzer, Ivan Haralampyev, sind heute Stars wider Willen, weil ihr Fall jenes Gesicht Europas zeigt, das viele Europäer selbst nicht mehr sehen wollen.

ANSA/ FRAME BGT.BG

Penkas wilde Geschichte begann vor ein paar Tagen, als sie von der Weide eines bulgarischen Hofs flüchtete. Zu allem Unglück überschritt Penka bei ihrer Flucht in die Freiheit die serbisch-bulgarische Grenze, welche bekannterweise auch eine EU-Außengrenze ist, da Serbien ist kein EU-Mitglied ist. Ohne dass Zöllner und Grenzbeamte die bulgarische Kuh aufhielten, überschritt Penka den Grenzübergang von Oltomantsi. Ivan Haralampyev, der seine entflohene Kuh wieder nach Hause bringen wollte, kam zu spät. Erst auf serbischem Gebiet schaffte er es, dank eines serbischen Bauern wieder in Besitz seiner Kuh zu gelangen.

ANSA/ FRAME BGT.BG

Als aber der bulgarische Bauer und seine Kuh auf dem Rückweg wieder die Grenze überschreiten wollten, verweigerten die bulgarischen Behörden Penka die Einreise. Die bulgarischen Grenzbeamten bemängelten, dass der Bauer für Penka nicht die Dokumente, die für den Viehtransport von einem Land ins andere notwendig seien, besitze. Doch das war noch nicht alles. Es kamen sogar Gerüchte auf, dass die arme, unschuldige und vermutlich sogar trächtige Kuh geschlachtet werden solle. Dies löste weit über Bulgarien hinaus einen Sturm der Entrüstung aus. Sogleich wurden auf Twitter der Hashtag #savePenka und auf Change.org eine Online-Petition, in der Gnade für Penka gefordert wurde, lanciert.

Twitter/SavePenka

Auch englische Boulevardzeitungen, welche der EU traditionell sehr abgeneigt sind, und der euroskeptische, konservative EU-Abgeordnete John Flack wurden auf Penkas trauriges Schicksal aufmerksam. John Flack schrieb dem bulgarischen Ministerpräsidenten, Boyko Borissov, und dem Präsidenten des EU-Parlaments, Antonio Tajani, einen Brief, in dem er für Penka – seiner Ansicht nach ein Opfer der Eurokratie – um Gnade bat.

Ein Sprecher der EU warnte vor Panik und fügte hinzu, dass sich die bulgarische Kuh derzeit in Quarantäne befinde und nur auf ihre Gesundheit kontrolliert werde. Aber es geht um viel mehr. Penka ist mittlerweile zu einem Symbol überbordender und verfehlter Bürokratie mutiert.

„Penka ist ein Sinnbild von einem Europa, das Opfer seiner eigenen Strenge zu werden, droht. Man lebt nicht nur von Regeln“, so die EU-Abgeordnete Isabella De Monte. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.