"Der Krise durch Konjunkturpaket gegensteuern"

ASGB: “Rückgang der Arbeitsverträge besorgniserregend”

Donnerstag, 16. Juli 2020 | 11:51 Uhr

Von: luk

Bozen – “Zahlen lügen nicht”, kommentiert der Vorsitzende des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes, Tony Tschenett, den vom „Arbeitsmarkt-News“ erhobenen Rückgang der Arbeitsverträge von April bis Juni 2020 im Vergleich zum selben Zeitraum letzten Jahres.

Es sei evident, dass der epidemiologische Notstand Covid-19 in ökonomischer Hinsicht eine bislang nicht gekannte Krise heraufbeschworen hat. Sieben Prozent weniger Arbeitsverträge und eine prognostizierte Arbeitslosenrate von sechs bis neun Prozent seien Zahlen, die einen besorgniserregenden Eindruck für die nahe Zukunft erwecken würden. „Diese Fakten muss man erst verdauen, denn unsere Befürchtungen wurden damit übertroffen. Nichtsdestotrotz wissen wir jetzt, womit wir es zu tun haben. Es gilt nun, ein gezieltes Konjunkturpaket auf die Beine zu bringen, um ein Worst-Case-Szenario zu verhindern“, so Tschenett in einer Stellungnahme.

Gezielte Förderungen in Not geratener Betriebe seien das Gebot der Stunde, genauso wie das Vorziehen bereits geplanter Investitionen in Infrastruktur. Natürlich müsse man die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, dass Entlassungen bei Betrieben, die mit Steuergeld gefördert und unterstützt werden, ausbleiben. „Es gilt auch vermehrt in Forschung und Innovation zu investieren. Erste wichtige Schritte wurden ja bereits gesetzt. Aber das beste Gegengift für Wirtschaftskrisen ist immer noch die Unentbehrlichkeit von technologisch essentiellen Produkten, die lokal produziert werden. Wir müssen langfristig schauen, nicht Durchschnitt zu sein, sondern auf dem Weltmarkt signifikant. Dass dies möglich ist und nicht utopisch, beweisen bereits gar einige Betriebe in Südtirol“, so der ASGB-Chef.

„Wenn wir in bester sozialpartnerschaftlicher Manier gemeinsame Lösungen suchen, bin ich überzeugt davon, dass wir trotz der aktuell höchst besorgniserregenden Zahlen gestärkt aus dieser Krise hervorgehen werden und vor allem für kommende Krisen besser gerüstet sein werden“, ist Tschenett überzeugt.

 

Bezirk: Bozen