Brutto-Jahreseinkommen von mehr als 75.000 Euro

Einkommen: Es gibt 12.745 Besserverdiener in Südtirol

Freitag, 29. Juni 2018 | 10:14 Uhr

Von: mk

Bozen – 12.745 – das ist die Anzahl der Südtiroler Steuerzahler, die dem Fiskus im Jahr 2017 ein Brutto-Jahreseinkommen von mehr als 75.000 Euro gemeldet haben. Mit einem Schnitt von 23.447 Euro an erklärtem Einkommen pro Steuerzahler reiht sich die Provinz Bozen im regionalen Vergleich an die zweite Stelle gleich hinter der Lombardei. „Allerdings sind die Einkommensunterschiede zwischen jenen, die viel und jenen, die wenig verdienen, auch in Südtirol nicht zu unterschätzen“, erläutert AFI-Direktor Stefan Perini. Als mögliche Maßnahme wäre eine Anhebung des regionalen Einkommenssteuersatzes für „Besserverdiener“ denkbar.

Das AFI | Arbeitsförderungsinstitut nimmt jedes Jahr die vom Ministerium für Wirtschaft und Finanzen veröffentlichten Daten der Einkommenssteuererklärungen unter die Lupe. Im Jahr 2017 haben genau 417.998 Südtirolerinnen und Südtiroler dem Fiskus ihre Einkommen aus dem Jahr 2016 gemeldet – in Summe 9,8 Milliarden bzw. 23.447 Euro pro Steuerzahler im Schnitt. Im regionalen Vergleich reiht sich Südtirol an die zweite Stelle, übertroffen nur von der Lombardei (24.748 Euro).

In Südtirol gibt es 12.745 „Besserverdiener“

„Durchschnittwerte sind eine Sache, Verteilungen eine ganz andere“, gibt AFI-Direktor Stefan Perini zu bedenken. „In Südtirol gibt es 12.745 Personen, die mit Sicherheit mehr als 75.000 Euro brutto pro Jahr einstreichen, andererseits 115.094 Steuerzahler, die dem Fiskus weniger als 10.000 Euro brutto melden. Überlegungen zu einer größeren Steuergerechtigkeit auch im Land Südtirol seien angesichts dieser Ungleichgewichte bei den Einkommen angesagt, heißt es vom AFI. Angedacht werden könnte eine Anhebung der regionalen Einkommenssteuer für „Besserverdiener“, sprich für Einkommensbezieher über 75.000 Euro brutto im Jahr, wie dies bereits in mehreren italienischen Regionen geschehen ist, wo der Höchstsatz auf 3,33 Prozent gebracht wurde. „Wir sprechen hier immerhin von Personen, die mindestens 3.500 Euro netto im Monat verdienen und für welche ein solcher Solidaritätsbeitrag verschmerzbar sein dürfte“, ergänzt Perini. Die rechtlichen Voraussetzungen hierfür müssten allerdings erst noch für die Provinzen Bozen und Trient geschaffen werden. Im Unterschied zu den Regionen mit Normalstatut dürfen letztere den ordentlichen Hebesatz maximal um einen halben Prozentpunkt anheben.

Auffälliges Ost-West-Gefälle auf der Landkarte

Mit Blick auf das im Schnitt gemeldete Einkommen weisen Südtirols Gemeinden erhebliche Unter-schiede auf. „Dahinter verbergen sich lokal unterschiedliche soziodemografische, strukturelle und wirtschaftspolitische Gegebenheiten, zu denen sich auch noch die Steuerhinterziehung gesellt”, so Perini. Die fünf Gemeinden mit dem höchsten durchschnittlichen Einkommen pro Steuerzahler sind Corvara in Badia (28.022 Euro), Bruneck (27.892 Euro), Pfalzen (27.642 Euro), Kiens (27.233 Euro) und Eppan (26.128 Euro). Die Landeshauptstadt Bozen fällt im Vergleich zum Vorjahr vom siebten auf den neunten Rang zurück (26.055 Euro). Am unteren Ende der Rangliste kommt der Westen ins Spiel. Schlusslichter sind die Vinschger Gemeinden Latsch (14.807 Euro), Taufers i. M. (14.432 Euro), Martell (13.920 Euro), Kastelbell-Tschars (13.308 Euro) und Laas (12.787 Euro).

Abrufbar ist der vollständige AFI-Zoom „Südtirols erklärte Einkommen im Jahr 2017 Teil 1: Ein Blick auf das Territorium“ auf der Homepage des Instituts www.afi-ipl.org.

AFI

Bezirk: Bozen