Equal Pay Day am 11. April

Equal Pay Day: Entgeltdiskriminierung beenden, Gleichheit schaffen

Freitag, 04. April 2025 | 14:35 Uhr

Von: Ivd

Bozen – 17,3 Prozent beträgt der Gender Pay Gap in Südtirol: Das heißt dass Frauen, die in Vollzeit in der Privatwirtschaft abhängig beschäftigt sind, um 17,3 Prozent weniger verdienen als Männer in einer vergleichbaren Position. Der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen ruft darum, gemeinsam mit 66 Partnerorganisationen, auch in diesem Jahr wieder den Equal Pay Day aus. Der Aktionstag findet heuer am kommenden Freitag statt und steht unter dem Motto: “Entgeltdiskriminierung beenden, Gleichheit schaffen!”. Ein besonderes Augenmerk wird in diesem Jahr auf die freiberufliche Tätigkeit und Unternehmen gerichtet, denn auch dort lassen sich Ungleichheiten feststellen.

Entgelttransparenz als Instrument im Kampf um Lohngleichheit

Bei der Vorstellung des Equal Pay Days 2025 hob Beiratspräsidentin Ulrike Oberhammer hervor: “Eine internationale Studie hat im Jahr 2015 erhoben, dass mehrere Billionen Dollar weltweit bis 2025 durch die Lohnschere verloren gehen. Darum müssen wir den Kampf weiterführen.” Oberhammer hob dabei die EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz als wichtiges Instrument vor: Die Richtlinie muss bis 2026 in staatliches Recht umgesetzt werden und sieht die Pflicht zur Transparenz nicht nur bei Löhnen, sondern bei sämtlichen Zahlungen, Vergütungen, Entschädigungen für Arbeitsleistungen vor. Sie sprach zudem die Wichtigkeit der gerechten Aufteilung der Finanzen und der Arbeit zu Hause an: “Denn es heißt nicht umsonst ‘HausARBEIT’ und nicht ‘HausFREIZEIT'”.

Nadia Mazzardis, Vizepräsidentin des Beirates, führte aus, dass Frauen aufgrund kultureller Zuschreibungen als weniger geeignet für “rationale Entscheidungen” gelten und daher oft auf finanztechnische Autonomie verzichten, dafür aber (kostenlose) Betreuungsarbeiten übernehmen mussten oder müssen. Doch gelte es für Frauen ihre Beziehung zum Geld zu ändern: “Wenn in einer Gesellschaft die Hälfte ärmer ist als der andere, ist die gesamte Gesellschaft arm”, hielt Mazzardis fest.

Landeshauptmann Arno Kompatscher erinnerte an den Gleichstellungsaktionsplan Æquitas, der ein Meilenstein als Dokument sei, der Plan müsse nun aber auch implementiert werden: “Einige Schritte wurden schon gesetzt, aber es braucht noch viele weitere. Und anfangen müssen wir bei der Bewusstseinsbildung.”

Equal Pay Gap: Je höher die Position, desto höher die Lücke

Einen Blick auf konkrete Daten warf AFI-Forscherin Maria-Elena Iarossi: Männer verdienten als Bruttoentlohnung nach Geschlecht und Qualifikation im Privatsektor 2023 im Durchschnitt 30.678 Euro im Jahr, während Frauen im Durchschnitt 19.822 Euro jährlich verdienen. Der größte Abstand ist dabei bei Personen in leitender Führungsposition: Männer kommen auf 178.753 Euro, Frauen in einer vergleichbaren Position lediglich auf 126.434 Euro Brutto-Jahresverdienst. Dieses Muster setzt sich auch in anderen Bereichen durch, eine Ausnahme stellen lediglich die Lehrlinge dar (weibliche Lehrlinge verdienen durchschnittlich 14.323 Euro, männliche im Durchschnitt 13.650 Euro). Ein Blick auf die Zeiten, die für Beruf und Hausarbeiten aufgewendet werden, bestätigt das immer noch klassische Muster, wonach Frauen mehr Zeit für Hausarbeiten, Männer hingegen mehr Zeit für die Berufstätigkeit aufwenden.

Flashmob am 11. April in Bozen

Der Equal Pay Day am 11. April findet in ganz Südtirol statt, rund 51 Infostände informieren dabei zu Themen wie Finanzplanung oder Altersarmut. Verteilt werden dabei auch die bewährten roten Taschen. Informationen und Unterlagen sind auf der Webseite https://chancengleichheit.provinz.bz.it abrufbar. Geplant ist zudem ein Flashmob vonseiten des Landesbeirates für Chancengleichheit, der am Freitag, 11. April um 10.00 Uhr am Waltherplatz in Bozen stattfindet. Den Mitgliedsfrauen geht es dabei um Sichtbarkeit und Sensibilisierung für das Thema und den Equal Pay Day, der seit 2010 in Südtirol organisiert wird.

Bezirk: Bozen

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