Von: Ivd
Münster – Zum Thema „GIS-Schulprojekte in Zusammenarbeit mit kommunalen Gebietskörperschaften“ präsentierte die Schülergruppe der TFO-Meran die Ergebnisse ihrer Projektwoche vor Fachpublikum der FOSSGIS in Münster.
Ein internationales Fachpublikum traf sich vom 26. bis 29 März zur diesjährigen Auflage der FOSSGIS in Münster, der größten Fachtagungen für Open Source Software für Geoinformationssysteme und OpenStreetMap im deutschsprachigen Raum. Mit von der Partie unter den Vortragenden war auch eine Schülergruppe der Technischen Fachoberschule (TFO) von Meran. „Als Schüler bei solch einer renommierten Fachtagung wie der FOSSGIS auf dem Rednerpodium zu stehen, war ein großer Schritt“, betont TFO-Schülerin Carmen Stricker. „Daran sieht man, dass sich Südtirols Schulen mit aktuellen Themen beschäftigen und die Theorie mit der Praxis verzahnen.“
Zusammen mit vier weiteren TFO-Schülern sowie den verantwortlichen Fachlehrern Dietmar Holzner und Christian Steiner präsentierte die Meraner TFO-Delegation vor einem rund tausendköpfigem Fachpublikum die Ergebnisse ihrer Projektwoche. Dabei zeigten sie, wie die Zusammenarbeit zwischen Schule und öffentlichen Gebietskörperschaften eine Synergie ermöglichen kann. „Die Öffnung der Schule zur Berufswelt sowie hin zur wissenschaftlichen Welt ist ein wichtiger Bestandteil für eine gelingende und zeitgemäße Ausbildung“, unterstreicht TFO-Fachlehrer Holzner.
Vergangenen Herbst haben Schüler von zwei fünften Klassen der Fachrichtung Bauwesen im Rahmen eines Praktikums und in Begleitung der Fachlehrer Vermessungsarbeiten durchgeführt. Diese fanden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gemeinden statt und umfassten die georeferenzierte Erfassung von Infrastrukturen.
Durchwegs positiv bewertet TFO-Schüler Manfred Gruber die Praktikumserfahrung, wodurch man einen Einblick in die Arbeitswelt erhalte. Auf die Erfahrung im Rahmen der FOSSGIS-Konferenz angesprochen, meint er: „Es ist schön zu sehen, dass sich Entwickler international zusammenschließen und ein solche wichtiges Thema behandeln, um die Öffentlichkeit auch mit einzubinden.” Auf die Publikumsfrage, ob die praktische Arbeit motivierend sei, sagt TFO-Schülerin Evelyn Grossteiner: „Nach einer dreijährigen theoretischen Vorbereitung konnten wir endlich unser Wissen in die Praxis umsetzen. Das war für uns mehr als motivierend!“
Geoinformatische Systeme sind in Zusammenhang mit Open Source auf vielfältige Weise einsetzbar. Sie sind ein wichtiges Instrument, um beispielsweise Umweltschäden zu überwachen oder um die Luftqualität, den Holzbestand oder eine effiziente Bewirtschaftung der Landwirtschaft zu fördern. TFO-Fachlehrer Steiner erklärt: „Gerade in Zeiten eines sich beschleunigenden Klimawandels, spielt das Geoinformationssystem eine sehr wichtige Rolle, weil dadurch Modellberechnungen kostensparend ermöglicht werden.“ Auch Unternehmen nutzten bereits seit Jahren Open Source Tools, um effizienter zu arbeiten.
Katja Haferkorn von der Koordinierungsstelle FOSSGIS und Mitorganisatorin der Tagung meint, es handele sich um ein schönes Beispiel für den Einsatz von FOSSGIS in Schule und Ausbildung, dass auch andere Schulen ermutigen soll, diesem Beispiel zu folgen. Insbesondere das Feedback der Schüler zu ihrem Praxisprojekt zeige eindringlich den Mehrwert und empfehle es zur unbedingten Nachahmung.
„Die Anwesenheit einer Schülergrppe auf dem Vortragspodium einer solch renommierten Konferenz wie der FOSSGIS war ein Novum und zudem eine große Anerkennung für die Arbeit der Schülerinnen und Schüler und jene der Fachlehrer“, unterstreicht David Augscheller, Schulführungskraft der TFO in Meran.
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