Apple hat jetzt ein zentrales Problem

Trump-Zölle: Iphone-Preise bald auf über 2.000 Dollar?

Freitag, 04. April 2025 | 16:44 Uhr

Von: luk

Die von Präsident Donald Trump angekündigten neuen Importzölle sorgen für kräfte Unruhe an den Finanzmärkten – exemplarisch besonders betroffen ist der Tech-Riese Apple. Die Aktie des Unternehmens verlor allein am Donnerstag mehr als neun Prozent und erlebte damit den schlimmsten Handelstag seit März 2020. Über 310 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung wurden innerhalb weniger Stunden vernichtet.

Produktionsstandorte im Fokus

Ein zentrales Problem für Apple sind die geplanten Strafzölle auf Importe aus China, Indien und Vietnam – Ländern, in denen das Unternehmen große Teile seiner iPhone-Produktion angesiedelt hat. Während Apple in den letzten Jahren versucht hat, seine Lieferkette breiter aufzustellen, trifft es das Unternehmen nun besonders hart, dass auch Standorte außerhalb Chinas von den neuen Maßnahmen betroffen sind.

Die neuen Zölle summieren sich auf eine Gesamtabgabe von bis zu 54 Prozent auf Importe aus China, während Vietnam und Indien mit zusätzlichen Tarifen von 46 Prozent bzw. 26 Prozent belastet werden. Dies könnte die Produktionskosten deutlich in die Höhe treiben. Heute hat China mit Gegenzöllen nachgelegt, was die Situation nicht einfacher machen dürfte.

Preise könnten drastisch steigen

Analysten warnen vor erheblichen Auswirkungen auf die Preise. Laut einer Schätzung von Rosemblatt Securities könnte das teuerste iPhone-Modell künftig bis zu 2.300 Dollar kosten. Auch der Morgan-Stanley-Analyst Erik Woodring sieht wenig Spielraum für Apple: „Wenn man die gegenseitigen Zölle in Ländern wie Vietnam und Indien einbezieht, gibt es für Apple kaum eine Fluchtmöglichkeit.“

Woodring geht davon aus, dass Apple die Preise seiner Produkte in den USA um bis zu 18 Prozent anheben müsste, um die Mehrkosten auszugleichen. Noch sei allerdings unklar, ob das Unternehmen die Zölle auf die Verbraucher umlegt oder andere Maßnahmen ergreift.

Rückkehr der Produktion in die USA?

Trumps protektionistische Politik zielt unter anderem darauf ab, die Produktion zurück in die USA zu verlagern. Doch Experten halten dies für wenig realistisch. Zwar investiert Apple bereits stark in den USA, vor allem in den Einkauf von Chips und Komponenten, doch eine Verlagerung der Endfertigung gilt als wirtschaftlich nicht tragfähig.

Bereits 2011 hatte Apple-Mitbegründer Steve Jobs auf eine entsprechende Frage von Barack Obama geantwortet: „Diese Arbeitsplätze kommen nicht zurück.“ Die hohen Produktionskosten in den USA würden eine solche Verlagerung laut Analyst Dan Ives von Wedbush nur unter enormen Investitionen ermöglichen – geschätzte 30 Milliarden Dollar wären nötig, um nur zehn Prozent der Produktion aus Asien abzuziehen.

Wie Apple auf die neue Zollpolitik reagiert und ob die US-Regierung möglicherweise doch noch einlenkt, bleibt abzuwarten. Sicher scheint jedoch: Die kommenden Monate könnten für den iPhone-Hersteller und seine Kunden in den Staaten teuer werden.

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