Robin kritisiert verfehlte Energiepolitik

Warum die Rückkehr zum geschützten Markt vor 2024 eine gute Idee sein könnte

Dienstag, 11. Juli 2023 | 09:40 Uhr

Von: mk

Margreid – Der Verbraucherschutzverein Robin aus Margreid warnt vor Betrügereien auf dem freien Energiemarkt. Callcenter würden versuchen, die Verbraucher zu einem Wechsel des Anbieters oder sogar vom geschützten Markt zum freien Markt zu bewegen. Rund vier Millionen Kunden seien in Italien auf diese Weise über den Tisch gezogen worden.

Doch, warum aber sollten die Verbraucherinnen und Verbraucher an ihren Verträgen im geschützten Markt festhalten oder darüber nachdenken, vor 2024 in den geschützten Markt zurückzukehren? „Nun, ganz einfach, weil er niedrigere Tarife bietet. Sie werden nicht nur Geld sparen, sondern auch eine ethische und politische Entscheidung treffen. Die Spekulation bei den Energiepreisen hat maßgeblich zur Inflation beigetragen, die uns Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa in die Knie zwingt. Daher kann die Rückkehr zum geschützten Markt eine kleine Revolution sein!“, erklärt der Verbraucherschutzverein.

Im geschützten Markt beträgt der Strompreis für das zweite Quartal dieses Jahres 0,2375 Euro/kWh und für das dritte Quartal 0,2385 Euro/kWh einschließlich Steuern. Bereits für sechs Monate sind die Tarife also sehr günstig. Mit dem Angebotsrechner der Aufsichtsbehörde Arera (Il Portale Offerte) sind im Bereich der Fixpreistarife nur wenige, wenn überhaupt, bessere Tarife zu finden. Das Portal ist laut Robin zwar ausbaufähig und teilweise eingeschränkt, hilft aber, interessante Vergleiche anzustellen.

Der Eco-Tarif von Alperia kostet bei einem Jahresverbrauch von 2.700 kWh 70,29 Euro pro Monat, Alperia Free 76,01 Euro pro Monat (Quelle www.alperia.eu, Simulator, 9.7.2023).

Gleichzeitig erinnert Robin daran, dass der geschützte Markt im Jahr 2024 ausläuft. Das bedeute aber nicht, dass die Kundinnen und Kunden dann auf sich allein gestellt sind. Bis 2027 wird es nämlich ein komplexes System von Schutzmaßnahmen geben, und auch danach wird eine Form des Schutzes bestehen bleiben.

„Gehen wir davon aus, dass unser Stromanschluss einen Vertrag im geschützten Markt bis zum 9. Januar 2024 hat. An diesem Stichtag ist der Schutz jedoch nicht zu Ende, da es mit einem stufenweisen Schutzdienst bis 2027 weitergeht. Aus den Auktionen des ‚Aquirente Unico‘ werden die besten Angebote des freien Marktes ermittelt und dem Vertrag im stufenweisen Schutzdienst zugeordnet, welcher ein anderes Unternehmen sein kann als das derzeitige“, so der Verbraucherschutzverein.

Dieser Mechanismus habe sich bei den kleinen und mittleren Unternehmen und den Kleinstunternehmen bewährt. Nach Angaben von Branchenexperten sind die Tarife in den Strom- und Gasrechnungen für sie die günstigsten, die es gibt, selbst im Vergleich zum geschützten Markt, und das alles, ohne etwas tun zu müssen. „Manchmal ist es daher die beste Wahl, untätig zu bleiben. Der stufenweise Schutzdienst wird bis April 2027 gelten. Selbst dann bleiben die Stromkunden, wenn sie nichts unternehmen, einfach bei demselben Anbieter wie in den vergangenen Jahren, aber immer mit dem besten Angebot des Anbieters“, so Robin.

Kurz gesagt: Der geschützte Markt endet, aber der Schutz der Bürger nicht. Das sei gut zu wissen, bevor man übereilte Entscheidungen treffe.

Der Geschäftsführer des Verbraucherschutzvereins Robin, Walther Andreaus, erinnert daran: „Strom- (und auch Gas-) Kunden sind gut beraten, an ihren Verträgen im geschützten Markt festzuhalten. Es ist auch keine schlechte Idee, den oft heimtückischen freien Markt aufzugeben und in den sichereren Hafen des geschützten Marktes zurückzukehren. Um zu versuchen, Geld zu sparen, muss der Verbraucher heute eine Art Experte sein, denn ahnungslose Stromkundinnen und -kunden laufen Gefahr, immer wieder in die Fänge eines immer wilderen und unkontrollierbaren freien Marktes zu geraten.“

Bezirk: Bozen