AFI-Zoom: Einkommen aus lohnabhängiger Arbeit

Wo verdient man wieviel?

Freitag, 30. August 2019 | 11:30 Uhr

Von: bba

Bozen – „Mit steigender Betriebsgröße, Komplexität der Rechtsform und Innovationsgrad des Sektors steigen in der Regel auch die Einkommen aus lohnabhängiger Arbeit“, umreißt AFI-Direktor Stefan Perini das Hauptergebnis des jüngsten AFI-Zooms. Perini weiter: „Eine interessante Hintergrundinformation auch für die Ausgestaltung der Wirtschaftspolitik.“

In der zweiten Analyse dieses Jahres betreffend die erklärten Einkommen in Südtirol nimmt das AFI einmal mehr die Lohnlandschaft unter die Lupe. In welchen Branchen und Betrieben verdienen Arbeitnehmer mehr als anderswo?

Die Eckdaten

Viele von uns kennen den Abschnitt aus der eigenen Steuererklärung: RC – Einkommen aus lohnabhängiger oder gleichgestellter Arbeit. Mit den Steuererklärungen 2018 (Steuerjahr 2017) wurden dem Fiskus in Südtirol insgesamt 5,7 Milliarden Euro an Einkommen aus lohnabhängiger Arbeit gemeldet. Mit einem Anteil von 57 Prozent am Gesamteinkommen ist das Einkommen aus Lohnarbeit die mit Abstand
wichtigste Typologie aller Einkommen. Rein rechnerisch ergibt sich aus den insgesamt 263.798 erklärten Einkommen für Südtirol ein durchschnittliches Arbeitnehmereinkommen von 21.761 Euro pro Steuerzahler.

In welchen Branchen werden Einkommen aus Lohnarbeit erwirtschaftet?

Der größte Teil von Einkommen aus Lohnarbeit wird im öffentlichen Sektor erwirtschaftet (29,4 Prozent). An zweiter Stelle folgen die Privaten Dienstleistungen (18,5 Prozent). Auf den Handel und den Tourismus entfallen deutlich kleinere Anteile (12,6 beziehungsweise 9,7 Prozent). Der tertiäre Sektor stellt 70,2 Prozent der Summe aus Lohnarbeit.

Ein Viertel der Gesamt-Lohnsumme wird im sekundären Sektor generiert – im Verarbeitenden Gewerbe (17,3 Prozent) und dem Baugewerbe (7 Prozent). 3,6 Prozent der Lohnsumme gehen in die Landwirtschaft.

Die Profile der „Einkommens-Landschaft“

„Wenn wir uns die Einkommensprofile der Arbeitnehmer in Südtirol genauer anschauen, dann finden wir die Besserverdiener im Verarbeitenden Gewerbe, in Kapitalgesellschaften und Öffentlichen Körperschaften sowie in Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern“, erläutert Vettoretto. Genau umgekehrt schaue das Profil des Geringverdieners aus: Die Arbeitnehmer mit den im Schnitt kleinsten Einkommen
würden in der Landwirtschaft sowie in Kleinstunternehmen – meist Einzelunternehmen – mit bis zu fünf Angestellten arbeiten, so das AFI. Diese Muster werden auch von anderen Untersuchungen bestätigt, beispielsweise von den Analysen betreffend die Entlohnungen der Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft, die auf der Grundlage von NISF-Daten gemacht werden.

Zurück zum AFI-Zoom:

Die Profile der „Lohnlandschaft“ bilden die Struktur der Arbeitnehmer-Einkommen in Südtirol ab, aber ohne bestimmte Faktoren wie zum Beispiel der Teilzeit- oder Saisonarbeit zu berücksichtigen, wo ein geringeres Jahreseinkommen nicht gleichzeitig ein schlechter
Verdienst sei, präzisiert das AFI. Des Weiteren könne man davon ausgehen, dass ein großer Teil von Steuererklärern mit geringfügigem Einkommen aus lohnabhängiger Arbeit über andere Arten von Einkommen verfügen und somit nicht automatisch als arm zu betrachten seien, schließt das AFI.

Abrufbar ist der AFI-Zoom Nr. 44 „Südtirols erklärte Einkommen im Jahr 2018. Teil 2: Das Einkommen aus Lohnarbeit“ auf der Homepage des Instituts: http://www.afi-ipl.org

 

Bezirk: Bozen